In Briesen wird eine Zeitbombe entschärft

Sparkassenstiftung unterstützt den Erhalt mittelalterlicher Fresken

BRIESEN Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung hat Fördermittel für den Erhalt der spätmittelalterlichen Fresken in der Briesener Kirche bewilligt. Die wertvollen Wandmalereien waren vom Verfall bedroht. Jetzt können sie für die Nachwelt gesichert werden.

Die mittelalterlichen Fresken in der Briesener Kirche gelten als kunsthistorisches Kleinod.
Foto: mih1

Jahrhundertelang schlummerten sie im Verborgenen. Erst als die Briesener Kirche in den 1950er Jahre saniert wurden, kamen die mittelalterlichen Fresken wieder ans Licht. Doch die Materialien, die seinerzeit benutzt wurden, schädigten die Gemälde. Eine Zeitbombe tickte.

Die vermutlich in den Jahren 1465 bis 1486 entstandenen Wandmalereien nehmen, so Experten, unter den erhaltenen spätgotischen Kunstwerken Sachsens und Brandenburgs aufgrund ihres Umfangs und ihrer Vielfalt einen herausragenden Rang ein. Ohne Restaurierung drohte dieses kunsthistorische Kleinod verloren zu gehen.

In Briesen hat sich vor zehn Jahren ein Förderverein zum Erhalt der Fresken gegründet. Dank privater Spenden und mit Mitteln der Ostdeutschen Sparkassenstiftung konnte in den vergangenen fünf Jahren in einem ersten Schritt das Mauerwerk der Kirche trockengelegt und damit das Raumklima in der Kirche wieder den ursprünglichen Verhältnissen angeglichen werden.

Jetzt soll in einem zweiten Schritt die Restaurierung der historischen Wandmalereien angegangen werden. Am gestrigen Dienstag haben Vertreter der Sparkasse Spree-Neiße stellvertretend für die Ostdeutsche Sparkassenstiftung in Briesen den Bewilligungsbescheid für weitere Fördermittel überbracht. Über die Höhe der Zuwendung wird wie schon 2009 Stillschweigen bewahrt. Zusammen mit Eigenmitteln des Vereins und Fördermitteln der Stiftung für das sorbische Volk sollen die von der Sparkassenstiftung zugesagten Gelder einen weiteren Bauabschnitt finanzieren. "Ein größerer Teilbereich der Fresken soll konserviert werden. Die Ablesbarkeit der Wandbilder wird dadurch verbessert. Außerdem werden vertiefte Studien der Malereien und der Maltechnik durchgeführt", kündigt Mechthild Noll-Minor, die Leitende Restauratorin des Landesamtes für Denkmalpflege an. Nach einer ersten Schätzung sind für diese Maßnahmen rund 200 000 Euro notwendig.

Friedrich Detlef Plasan ist der Pfarrer der Briesener Kirche. Er zeigte sich froh und dankbar über die Zuwendung der Sparkassenstiftung. "Die Wandmalereien sollten den Menschen Gottes Werk in Bildern nahebringen. Die Bilder sprechen. Sie sollen nicht verstummen", sagte er.

Nicole Nocon

Lausitzer Rundschau vom 18. Juni 2014

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