Zu nah am Wasser gebaut

St. Sabinen darf nicht noch einmal baden gehen

Als die ersten deutschen Siedler die älteste Kirche Prenzlaus bauten, ahnten sie wohl nicht, dass der See einmal angestaut wird. Doch dadurch trat das Wasser über die Ufer. Die Schäden machen ihren Nachfahren bis heute zu schaffen. Wer helfen will, sollte Musik hören kommen.

Die Sabinenkirche, direkt am Ausfluss der Ucker aus dem Uckersee gelegen, hat in der Vergangenheit schon oft nasse Füße bekommen. Heute regeltein Wehr den Wasserstand.

Nicht nur die Nähe zur Ucker macht dem Sakralbau zu schaffen. Zunehmend wird deutlich, wie lange schon der Zahn der Zeit an ihm nagt. 1799 wurde sie geschlossen, als das Wasser den Westgiebel umspülte. Erst rund 20 Jahre später entstand die Kirche St. Sabinen Kirche in ihrer heutigen Gestalt.

Die in den Moorboden eingerammten Eichenbohlen, auf denen der Bau ruht, stammen noch aus der Entstehungszeit. Nachdem das Dachneu eingedeckt und die Fenster auf der Westseite neu eingefügt wurden, unternimmt der Förderverein Sabinenkirche jetzt alles, um die Bausubstanz grundlegend zu sanieren.

Dringend saniert werden müssen die Hölzer des Dachstuhls, wie erste Gutachten zeigten. Auch die Mauerkrone und der Fußboden sind schadhaft. Im Turm klaffen Lücken zwischen dem Holz und dem Mauerwerk. Die Reparaturliste kann erst geschrieben werden, wenn die Gutachten erstellt sind. Dann geht die Arbeit erst richtig los - und die kostet Geld. Mit einem Benefizkonzert „Schau an der schönen Gärten Zier“ will der Förderverein am 19. Juni sein Anliegen weiter bekannt machen. Der Uckermärkische Männerchor Naugarten und der Posaunenchor Prenzlau proben fleißig am Programm mit Gospel, Volksliedern und liturgischem Gesang. Mit „Die Flügel des Schutzengels“ von Jürgen Hufeisen gibt es sogar eine kleine Erstaufführung in Prenzlau. Los geht es um 19 Uhr.

Nordkurier vom 16. Juni 2014

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