Im Kirchturm hängt ein Schatz

Rainer Horn

Schaut sie an: Frank Waschkowski, Vorsitzender des gerade gebildeten Freundeskreises, steht im neuen Glockenturm an der historischen Glocke.
© Rainer Horn

Melchow (MOZ) Zum sechsten Melchower Glockenfest lud am Wochenende die Kirchgemeinde zur Feier ein. Am Sonnabend war deshalb aus dem gold-roten stählernen Glockenturm das eindrucksvolle Geläut der historischen Glocke zu hören. Eine kurze Andacht zur Nachmittagsstunde eröffnete das Melchower Glockenfest, wozu zahlreiche Bürger des Ortes und Mitglieder der Kirchegemeinde gekommen waren, darunter auch der ehrenamtliche Bürgermeister Wolfgang Lindt. Pfarrer Christoph Strauß freute sich, mit Blick auf die gut besetzten Reihen des Festgeländes, über den großen Zuspruch. "Zum Dank für die beachtlichen Anstrengungen und Spenden, die für den neuen Turm und die Glocke notwendig waren, feiern wir heute noch einmal das Glockenfest", so der Pfarrer.

Melchow sei 1430 von den Hussiten zerstört worden, weshalb es etwa 800 Jahre im Ort keine Glocke mehr gegeben habe, informierte Eberhard Wolf vom Freundeskreis Glockenturm Melchow. Die Melchower Glocke ist eine Schenkung aus dem Eberswalder Wartburgheim und nicht neu. Ihr voller Klang sei unverändert geblieben. Ein Glockenspezialist habe nicht gewagt, Veränderungen vorzunehmen, so der Pfarrer. Die Herkunft ist jedoch fraglich. Vermutlich stamme die Glocke aus dem Kloster Chorin, überlegt man. Die Melchower haben für ihren Glockenturm etwa 70 000 Euro verbaut und dafür teils erhebliche Summen beigesteuert. Über 150 Unterstützer des Fördervereins haben insgesamt 20 000 Euro gespendet. Ein Teil des Geldes sei vom Kirchenkreis gekommen. Notwendig wurde dennoch ein Darlehen, das jetzt abgezahlt werden muss. "15 000 Euro hat die Gemeinde Melchow für das Kirchenprojekt gegeben", teilte Bürgermeister Wolfgang Lindt mit. Die Bürger seien zufrieden mit der Verbesserung der Infrastruktur von Melchow, wozu auch die Kirche mit Glockenturm gehört. Einige Besucher des Festes nutzten die Gelegenheit, um sich den Glockenturm und die Glocke aus der Nähe anzusehen. Frank Waschkowski, Vorsitzender des neu gebildeten Freundeskreises "Glockturm Melchow", hatte dafür eine lange Leiter angestellt.

Märkische Oderzeitung vom 20. Mai 2014

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