Brügger Persiuskirche wird saniert

Innen und außen ein Stahlgerüst

Einfach war es nicht, das stählerne Gerüst im Inneren der Brügger Kirche (Amt Meyenburg) aufzubauen. Bei der Bauberatung am Morgen erklärt Gerüstbauer Rainer Schweda die speziellen Herausforderungen in der kleinen Kirche: Die Teile mussten millimetergenau unter den Balkenköpfen des verzierten Hängewerks sitzen.

Nicht so einfach: Das Gerüst musste genau zwischen die Balken passen.
Quelle: Beate Vogel

Brügge. Das gelang den Gerüstbauern passgenau, wie sich zeigte. Jetzt muss Schweda überlegen, wie er mit seinen Kollegen das Gerüst auf der Empore stellt, die nicht überall tragfähig ist.

Das Hängewerk unterstützt das tragende Dachwerk und ist im Fall der Persiuskirche in Brügge nicht nur sichtbar, sondern eben auch mit Ornamenten verziert, erklärte Bauleiterin Jana Prüfer vom Planungsbüro IBS aus Hoppegarten. "Das ist schon eher selten", meinte sie. Meist ist die Kirchendecke verkleidet. Seit Ostern begleitet die Bauleiterin die Bauarbeiten an der Kirche, die dank der Zuschüsse, die im vergangenen Jahr flossen, nun endlich beginnen konnten.

Federführend ist der Verein Persiuskirche Brügge, der die Initiative mehrerer Brügger auf einer soliden Basis weiterführt, die sich seit 2006 um den Erhalt und die Sanierung der maroden Kirche bemühen. Der spätere Potsdamer Hofarchitekt Reinhold Persius hatte sie 1864 errichtet - es war sein erstes Bauwerk. Mithilfe der Brügger konnte nach Ostern Baufreiheit hergestellt werden, sie räumten in einem Arbeitseinsatz die Kirchenbänke ins Schulhaus und machten die Winterkirche frei.

Der Vereinsvorsitzende Georg Zander erklärt, was an dem historischen Gotteshaus nun alles gemacht werden muss: "Innen ist das Gerüst gestellt worden, damit die Zimmerer sicher arbeiten können." Auch von außen ist die Kirche eingerüstet. Die Dacheindeckung wurde abgenommen und soll später durch eine neue Schiefereindeckung ersetzt werden. Die Schalung wird ebenfalls noch abgenommen, was kaputt ist, wird ersetzt. Die tragenden Balken sind wegen der Nässeschäden teils völlig verfault. "Was schlecht ist, wird angestückelt", so Zander.

Im Inneren der Kirche wird der Putz ausgebessert und gestrichen. Außen sollen die kleinen Fialtürmchen wieder aufgesetzt werden und kaputte Fugen im Mauerwerk werden verputzt. Das sieht sich Bauleiterin Prüfer mit den Mitarbeitern des Baubetriebes Jürgen Stüber und deren Chef genauer an: "Alles was fest ist, soll bleiben, auch wenn es eine andere Farbe hat", sagt sie. Ihr Büro ist auf die Sanierung alter Kirchen spezialisiert, deshalb bleibt Jana Prüfer gelassen - obwohl sich die Schäden im Mauerwerk, in das wegen des kaputten Daches über Jahre das Wasser eindringen konnte, überdeutlich zeigen. "Man kann ja alles reparieren", sagt sie. "Die Mauern konnten ja schon trocknen, nachdem wir das Dach notdürftig abgedichtet hatten", sagt auch Zander. Kirchturm und Apsis waren bereits vor Jahren repariert worden. Dort müssen nur noch kleine Stellen ausgebessert werden. Dank einer Zuwendung der Sparkassenstiftung wurden 2009 die Fenster verglast.

Veranschlagt sind nun für die Kirchenreparatur 236.000 Euro. Aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV kamen 120.000 Euro, auch steuern unter anderem die Landeskirche, der Kirchenkreis, die Kirchengemeinde, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und viele andere Geld bei. Am Bau beteiligt sind neben den bereits genannten auch die Meyenburger Dachdeckerei Krassowski und die Pritzwalker Malerfirma Color Vision Jürgen Kuhnt. Im November soll alles fertig sein.

Von Beate Vogel

Märkische Allgemeine vom 14. Mai 2014

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