Feierstunde in der Kirche zum 20-jährigen Bestehen des Fördervereins

Freude in Lünow

Unter der Leitung von Domkantor Marcell Fladerer-Armbrecht gaben elf Musiker am Wochenende, die sich im Halbrund des Altarraumes drängten, anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Lünower Fördervereins ein anspruchsvolles und vielseitiges Konzert.

Der Berliner Fotograf Norbert Thiele (r.) erläutert Besuchern der Vernissage seine Bilder.
Quelle: I. Schidlowski

Lünow. Schöner und festlicher hätte man diesen Tag nicht krönen können, als mit den göttlichen Klängen der Brandenburger Bläser in der frühlingshellen Lünower Beetzseekirche. Unter der Leitung von Domkantor Marcell Fladerer-Armbrecht gaben die elf Musiker, die sich im Halbrund des Altarraumes drängten, anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Lünower Fördervereins ein anspruchsvolles und vielseitiges Konzert.

Dass diese kleine Kirche in dem etwa 100 Einwohner zählenden Beetzseedorf es wert ist, erhalten zu werden und mit Leben zu füllen, darin fühlen sich die Vereinsmitglieder bestätigt, sagte Vorsitzender Rainer Gerhardt am Sonnabend in der hübsch geschmückten und gut besuchten Dorfkirche während seiner Festrede.

Unser Titel war Programm“, erklärt Gerhardt den sperrigen Namen „Verein zur Förderung der Wiederherstellung und Unterhaltung der Dorfkirche zu Lünow“ und erinnert an die Ideen, die zur Gründung im September 1994 führten. Mit Fördermitteln, Spenden und vielem ehrenamtlichen Engagement haben die 13 Gründungsmitglieder nicht nur den Erhalt eines kunsthistorischen Baudenkmales befördert, sondern auch ein Zeichen gesetzt, denn die Amtskirche betrachtete den Erhalt dieses Gotteshaus damals als nicht lohnenswert.

Im Namenswechsel zum heutigen „Kulturförderverein Lünow“ steckt das Erreichen eines Zieles und gleichzeitig ein Wunsch für die Zukunft. Von kulturellen Leckerbissen, rund 70 Veranstaltungen in 20 Jahren, berichtet Gerhardt und dann spielen die Bläser, darunter auch Matthias Passauer (Tuba), der sich als Kirchenmusikdirektor schon vor 20 Jahren für die Lünower engagiert hat, Werke von Vivaldi und Händel.

An der kleinen elektronischen Orgel gibt Marcell Fladerer-Armbrecht zwei feine Orgelinterludien und sagt in seiner Moderation: „Hier gibt's Wasser, hier gibt's Natur, hier gibt's Bläserklänge, was will man mehr?“ Und dann ertönt aus dem Orchester das geistliche Sommerlied „Geh aus mein Herz und suche Freud“, in das die Gäste, mit der Aufforderung des Domkantors gerne einstimmen. Auch „Die güldne Sonne“ und „Großer Gott, wir loben Dich“ wird gesungen.

Gratulation und Dankesworte überbrachte auch Superintendent Thomas Wisch, der das Engagement des Vereins als nicht selbstverständlich erachtet, aber als nötig ansieht und die Verbindung von Kirche und Kultur als zukunftsweisend bezeichnet.

Mit Gospel, Pop, einem spritzigen „Hevenue Shalom alechem“ und einem Abendlied als Zugabe endet das beeindruckende Bläserkonzert. Mit Kuchen werden die Gäste anschließend in der Begegnungsstätte empfangen.

„Die Interessengruppe der Frauen ist das Rückgrat des Fördervereins“, sagt Gerhardt dankend und eröffnet in der illustren Runde eine Ausstellung, die sich „Malerei küsst Fotografie“ nennt.

Rund um die Kaffeegäste hängen an den Wänden Bilder des Berliner Fotografen Norbert Thiel. Das Thema Meer habe er sich ausgesucht, erklärt er in seiner kurzen Ansprache und, da seine Frau male, kam beiden die Idee, eine gemeinsame Ausstellung zu planen. So sind die Fotografien umringt von Bildern der Malerinnen und Maler der Gruppe „Havelhöher“ unter der Leitung von Cäzilia Kupferschmid.

Von Ina Schidlowski

Märkische Allgemeine vom 11. Mai 2014

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