Sanierung der Priorter Kirche dauert länger als geplant

Der Holzwurm hat gewütet

Sie liegen schon bereit auf dem Gelände des kleinen Friedhofes in Priort: mehrere Paletten mit extra dicken Ziegeln. Bestimmt sind sie für das Dach der Dorfkirche. Aber noch sind Zimmerer auf dem Dachstuhl damit beschäftigt, einige Balken zu erneuern und zu richten.

Engagieren sich für die Kirche: Pfarrerin Heike Benzin, Manuela Vollprecht und Richard Sasse (v.r.).
Quelle: Jens Wegener

Priort. „Es gibt etwas Zeitverzug, weil trotz eines Gutachtens mehr Schäden zutage getreten sind als gedacht. Vor allem der Holzwurm hat hier gewütet“, erzählt Manuela Vollbrecht. Außerdem mussten Stahlträger als Stabilisatoren in die Decke eingebaut werden.

Die Vorsitzende des vor drei Jahren gegründeten Kirchbau- und Kulturfördervereins Priort ist zufrieden mit dem, was die 20 Mitglieder in Abstimmung mit der Kirchengemeinde Priort und Pfarrerin Heike Benzin geschafft haben. Die etwa 88000 Euro für die Restaurierung des Dachstuhls inklusive der Neueindeckung des Daches stehen bereit. 20000Euro kommen von der Kirchengemeinde Priort, 30000 Euro vom Kirchenkreis Falkensee, 15 500 Euro vom Brandenburger Kulturministerium und 20000 Euro von der Gemeinde Wustermark. „Den Rest bringt der Förderverein auf“, sagt Vollbrecht.

Über das Engagement des Vereins freut sich Pfarrerin Heike Benzin. „Ich habe einfach nicht die Zeit, mich um alles zu kümmern und auf die Suche nach Fördermitteln zu gehen. Bei solch einem Projekt von Leuten vor Ort unterstützt zu werden, ist schön.“ Heike Benzin war es, die 2011 die Gründung eines Fördervereins angeschoben hatte.

Nach einigen Notreparaturen, zuletzt im Jahr 2012, war allen Beteiligten in Priort relativ schnell klar, dass das Kirchendach nicht mehr lange halten würde. „Die alten Ziegel waren zum Teil schon porös“, weiß Manuela Vollbrecht. Man lud Vertreter der Oberen und der Unteren Denkmalbehörde ein und fand einen Kompromiss: Es dürfen neue Ziegel verbaut werden, die mindestens 1,9Zentimeter dick sind. Außerdem stimmten die Experten von Land und Kreis auch zu, dass erstmals eine Dachrinne installiert werden darf.

In vier Wochen sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, hofft Pfarrerin Heike Benzin. Bereits am Sonnabend können sich die Besucher ab 15Uhr (Einlass ab 14.30 Uhr) bei einem Konzert der A-cappella-Gruppe Mundlandung vom Baufortschritt ein Bild machen.

Von Jens Wegener

Märkische Allgemeine vom 08. Mai 2014

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