Neue Glocken in Frankfurt (Oder) erwartet

Innsbruck/Frankfurt (Oder) (dpa) Wenn in Frankfurt (Oder) die Glocken von St. Marien klingen, kommt der Ton vom Band. Das soll sich nun ändern.

Bereits im Februar gegossen: Ulrich-Christian Dinse, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Frankfurt (Oder), erläutert die beiden kleinen Glocken namens "Hedwig", 1400 Kilogramm (links) und "Adalbert", 2400 Kilogramm.
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Die neuen Glocken für die Marienkirche in Frankfurt (Oder) werden am 3. Mai geweiht. Die Gießerei Grassmayr in Innsbruck hat eine große Glocke und zwei kleine für die gotische Kirche gegossen. Am Mittwoch schickte die Firma die wertvolle Fracht von Innsbruck in die Oderstadt. "Es ist alles gut verlaufen", sagte Glockengießer Peter Grassmayr der Nachrichtenagentur dpa. Der Klang der Glocken sei hervorragend gelungen. "Sie klingen gewaltig, selbst für mich."

Die große Glocke war beim Gießen geplatzt. Weil eine Schraube in der Form locker war, zersprang der Ring. Die traditionsreiche Firma, die an die 200 Glocken im Jahr produziert, nahm einen zweiten Anlauf. Dazu goss die Firma noch zwei kleine Glocken. Für eine vierte, die den Krieg überdauert hatte, fertigte sie den Klöppel.

Schließlich musste das Quartett aufeinander eingestimmt werden. "Dazu habe ich zwei Wochen am Computer gerechnet", berichtete Grassmayr. Die große Glocke klinge so exakt, dass sie nicht habe korrigiert werden müssen.

Bevor die Glocken in einem der beiden Türme von St. Marien verschwinden, werden sie vor der St.-Getraud-Kirche am 2. Mai aufgebaut. In einer langen Prozession geht es dann zu St. Marien, im Schritttempo, die Glocken auf einem Tieflader. "Diesen Zug können die Frankfurter begleiten", sagte Helmuth Labitzke, Vorsitzender des Fördervereins St. Marien.

Am 3. Mai werden die Glocken geweiht und auch erstmals angeschlagen. Zur Weihe bringt die Post eine Sonderpostkarte mit Sonderpoststempel heraus, die vor der Kirche verkauft wird. Ein Kran hievt die tonnenschwere Last am 5. Mai in den Turm. Pfingsten sollen die Glocken dann erstmals vom Turm erklingen.

Die einst sechs Glocken von St. Marien galten als eines der bedeutendsten Geläute der Mark Brandenburg, wie Labitzke sagte. 1942 wurden zwei Glocken der Rüstungsindustrie übergeben. Davon kehrte eine zurück und wurde nun saniert. Die anderen vier vernichtete ein Brand 1945. Das neue Geläut kostete rund 360 000 Euro.

Märkische Oderzeitung vom 23. April 2014

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