An der Orgel geht es nur mit kleinen Schritten weiter

Momentan ist kein Geld mehr in der Kirchenkasse / Nächster Bauabschnitt 2015

SCHLIEBEN Dass die Schliebener Orgel wieder bespielbar ist, haben Musikliebhaber mehrfach zu hören bekommen. Aber bei der Sanierung des Kircheninstruments ist erst ein Anfang gemacht. Und weiter geht es voraussichtlich nur mit kleinen Schritten.

Kantorin Thekla Schönfeld an der Schliebener Orgel
Foto: dmu1

Zwei große "Auftritte" hat die Königin der Instrumente in der Schliebener Kirche Sankt Martin seit dem Abschluss der ersten Sanierungsarbeiten schon gehabt: zur Einweihung während des Weihnachtsgottesdienstes und vor wenigen Tagen bei einem Konzert mit Orgel und Saxofon. "Die Musik wurde extra so ausgewählt, dass das Instrument gespielt werden kann", erläutert Pfarrer Dr. Stephan Schönfeld, denn von den 26 Registern sind bisher nur drei bespielbar.

Ziel sei natürlich, das Instrument nach und nach zu komplettieren, aber nach jetzigen Planungen wird es in diesem Jahr keinen weiteren Bauabschnitt geben, lässt der Pfarrer durchklingen. Das habe hauptsächlich finanzielle Gründe. "Seit 2003 haben wir in der Kirchengemeinde 47 000 Euro Spenden für die Orgelsanierung gesammelt. Die sind alle in den ersten Bauabschnitt geflossen", berichtet er. Nun müsse man erst einmal ein neues Guthaben auf dem Spendenkonto aufbauen.

Spendenkonto neu füllen

"Wir fangen jetzt wieder bei Null an und müssen neue Ideen entwickeln, wie wir die Spendenkasse füllen können", sagt der Schliebener. Ein Ansatz, den man verfolgen will, ist die Möglichkeit, dass vielleicht komplette Register gesponsert werden können. "Das würde in etwa zwischen 1000 und 3000 Euro kosten", rechnet Dr. Schönfeld vor.

Zugleich müsse man nachdenken, wie das finanzielle Engagement von Spendern zukünftig gewürdigt werden könne. "Die Aktion mit den Plaketten ist abgeschlossen", so der Pfarrer.

Klarere Vorstellungen gibt es jedenfalls schon in Bezug auf die nächsten Sanierungsarbeiten, die an der Orgel erfolgen sollen. Dr. Stefan Schönfeld dazu: "Im nächsten Jahr soll es weitergehen. Ein wichtiges Vorhaben ist das Wiederherstellen des Pedals, denn momentan sind nur die Manuale nutzbar. Schön wäre es, wenn als Nächstes ein paar Basspfeifen, die für die Tonfülle verantwortlich sind, und ein paar zartere Register, damit man zum Beispiel Musik mit Flöte anbieten kann, aufgearbeitet werden."

Zwei Konzerte geplant

Aber auf derartigen Musikgenuss muss man doch noch eine Weile warten. Was nicht heißt, dass in Schlieben Musikabstinenz herrschen wird. Weitere Konzerte in der Stadtkirche sind bereits in Planung. So soll es am 6. April einen Auftritt des Regionalen Bläserchores geben. Und am 22. Juni haben sich die Musiker von "Saxofonquadrat" zu einem Wandelkonzert angekündigt.

Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 26. März 2014

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