Stadt unterstützt die Sanierung des Gotteshauses aus Fördermitteln

270.000 Euro für den Jakobi-Kirchturm

Der Turm der 72 Meter hohen Luckenwalder Jakobikirche soll saniert werden. Dafür gibt es gute Gründe, in den Turm ist immer wieder Wasser eingedrungen, außerdem ist er vom Schwamm befallen. Die Sanierung wird aus einem Förderprogramm finanziert und ist nicht ganz billig.

Jasmin Bergemann, Julia Daser und Elisabeth Herzog-von der Heide (v.l.) bei der Vertragsunterzeichnung
Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Die Gesamtkosten liegen bei 270.000 Euro allein 40.000 Euro sind nötig, weil aufwendig ein Gerüst aufzustellen ist. Das Projekt wird in voller Höhe aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" finanziert das heißt zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt Luckenwalde.

Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt zwischen Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide und der Vorsitzenden des evangelischen Gemeindekirchenrates, Jasmin Bergemann, unterzeichnet. "Die hölzerne Tragekonstruktion im Innern des Turmes ist durch Wassereinbrüche geschädigt, außerdem vom Schwamm befallen und muss erneuert werden", sagte Herzog-von der Heide. Während der Einrüstung sollen auch an der Außenfassade schadhafte Fugen ausgebessert und sanierungsbedürftige Schieferplatten erneuert werden.

Der Turm war in den 1980er Jahren mit Schiefer eingedeckt worden. Auch die sogenannte Turmzier aus Metall an der Spitze des Kirchturmes und die Schall-Luke mit ihren Holzlamellen sollen aufgearbeitet werden.

"Die Jakobikirche als höchstes gemauertes Bauwerk in Luckenwalde prägt das Stadtbild in besonderer Weise, deshalb sehen wir die Werterhaltung nicht nur als kirchliche, sondern auch als kommunale Verantwortung", sagte die Bürgermeisterin, "wir sind froh, dass wir Stadtumbaumittel dafür einsetzen können." Das Ergebnis der Sanierung werde für den Betrachter eher oberflächlich sein, weil sich das meiste im Innern abspiele. "Man wird die Turmzier eventuell in neuem Glanz strahlen sehen, aber am Antlitz des Gotteshauses wird sich nichts ändern", sagte Herzog-von der Heide gab aber auch zu bedenken: "Würden wir den Turm nicht sanieren, wäre er eines Tages einsturzgefährdet."

"Wir wissen die Unterstützung der Stadt sehr zu schätzen", sagte Pfarrerin Julia Daser. "Sie steckt das Geld nicht nur in Prestigeprojekte, sondern in den Erhalt der Bausubstanz." Die Kirche sei mit dem Schutz und Erhalt solcher Gebäude oftmals überfordert. "Es gibt viele Aufgaben im Hintergrund, die sieht man nicht. Wir hätten diese Sanierung mit eigenen Mitteln jetzt nicht stemmen können ", sagte Daser.

"Ganz selbstlos ist die Hilfe nicht", scherzte Herzog-von der Heide, "die Kirchturmuhr kann ich von zu Hause aus sehen, das spart mir die Küchenuhr." Die Bürgermeisterin lobte das Engagement des Fördervereins der Jakobikirche, "in dem sich Christen und Atheisten Hand in Hand für den Erhalt der Kirche einsetzen und etliche Veranstaltungen organisieren".

Die Bauarbeiten sollen nach den Osterfeiertagen beginnen und etwa drei Monate dauern. Trotz Gerüst und Gehämmere soll das Gotteshaus auch während der Sanierung zugänglich sein und für Veranstaltungen zur Verfügung stehen, erklärte Julia Daser.

Von Elinor Wenke

Märkische Allgemeine vom 07. März 2014

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