Förderverein hofft auf die letzten Sanierungsarbeiten

Pflege der preußischen Kirchbaukunst

Die Dorfmitte von Wernsdorf wird vor allem von der frühklassizistischen Ziegelbaukirche geprägt. Das Gotteshaus gilt als Zeugnis preußischer Kirchenbaukunst der Zeit um 1800 und steht als eingetragenes Baudenkmal unter Schutz. Um seine Erhaltung bemüht sich seit 15 Jahren der Kirchbauverein.

Seit 15 Jahren kümmert sich ein Verein um die Wernsdorfer Kirche.
Quelle: Uta Schmidt

Wernsdorf. Obwohl das Gotteshaus seit Beginn der 2000er Jahre mit vielen Spenden und Fördermitteln Schritt für Schritt umfassend saniert werden konnte, fällt in diesem Jahr erneut Arbeit für den Verein an. "Beim Übergang des Dachs an den Turm zeigt sich ein fünf Zentimeter großer Spalt. Die Ursache liegt in der denkmalgerechten Lösung aus Holz bei der Sanierung. Es bedarf jetzt aber einer neuer Konstruktion und Abdichtung", sagt Vereinsvorsitzender Bernhard Lehmann. Für die anfallenden Kosten in Höhe von 4200 Euro benötige die kleine Kirchengemeinde einen Zuschuss aus dem Kreisdenkmalfonds. Den entsprechenden Antrag hat der Verein kürzlich gestellt.

Im Frühjahr werden die vorerst letzten Bauarbeiten an der Kirche beginnen, hofft Lehmann. Danach soll die Kirche wieder in einem rundum guten Zustand sein. Nicht nur bei Gottesdiensten können Besucher einen Blick auf die wertvolle Innenausstattung mit der romantischen Teschner-Orgel werfen. Sie ist die einzige im Original erhaltene Orgel dieser Zeit in Brandenburg. Im Kontrast dazu steht das moderne Altarbild nach einem Entwurf für ein Glasfenster für eine Friedenskapelle vom Zernsdorfer Maler Erwin Hahs.

Auf der Kirchwiese stehen die 1927 angefertigten Stahlgussglocken. Weil sie schlicht zu schwer waren und der Turm Schaden genommen hatte, wurden sie bei der Turmrekonstruktion ausgebaut und auf der Wiese aufgestellt. "1998 erhielt die Kirche eine anonyme Spende in Höhe von 20.000 Mark, um das Geläut wieder in Gang zu setzen. Mit dieser Aufgabe wurde gewissermaßen der Kirchbauverein geboren", erinnert sich Bernhard Lehmann, der vor sechs Jahren die Aufgaben des Vorsitzenden übernahm. Ein Sanierungskonzept mit einem Bauumfang von rund 500.000 Mark sei damals erarbeitet, die Kirche unter Denkmalschutz gestellt. Die Restaurierung begann 2001 mit dem Turm und einem Teil des Kirchenschiffs. Fassaden-, Dach- und Innensanierung schlossen sich an. Auch die wertvolle Teschner-Orgel aus dem Jahre 1900 wurde ab 2005 gründlich saniert.

Alljährlich laden die 25 Vereinsmitglieder zu sechs bis acht Veranstaltungen ein, um das Gebäude kulturell zu nutzen. Höhepunkt ist das Sommerfest auf der Kirchwiese mit seiner 500 Jahre alten Linde Anfang August. Der Kulturkalender des Kirchbauvereins beginnt dieses Jahr mit einem Klezmer-Musikabend am 24. Mai. Am 21. Juni macht wieder Fahrradkantor Martin Schulze wieder Station für einem Orgelkonzert.

Von Uta Schmidt

Märkische Allgemeine vom 25. Februar 2014

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