Dorfkirche des Monats

Förderkreis kürt Klausdorfer Gotteshaus

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat die Kirche in Klausdorf zur Dorfkirche des Monats erklärt. Damit werden Anstrengungen des Fördervereins zum Erhalt des Gotteshauses in dem Treuenbrietzener Gemeindeteil gewürdigt. Zudem beschloss der Förderkreis, Restaurierungen an der Fassade mit weiteren 3000 Euro zu unterstützen.

Zum Adventsmarkt zeigte sich Klausdorfs Kirchturm saniert.

Klausdorf. Im Jahr 1907 wurde der Grundstein für den bescheidenen, massiven Saalbau in neobarocken Formen mit dreiseitigem Ostschluss und einem Dachturm in Fachwerkbauweise gelegt. Der Bau wurde am 27. April 1908 feierlich eingeweiht. Der Innenraum unter einer Holztonnendecke ist eher schlicht gehalten. Lediglich ein Bild des Gekreuzigten schmückt den Altartisch. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Kirche stark beschädigt worden und war dem Verfall preisgegeben. Ein bleiverglastes, farbiges Fenster im Altarraum wurde zerstört. Das mit Schnitzereien verzierte Taufbecken, der prunkvolle Kronleuchter und ein Harmonium verschwanden spurlos. Nach einer bauaufsichtlichen Sperrung im Jahre 1979 wurde über einen Abriss des Gebäudes nachgedacht. Doch die Klausdorfer Bürger waren sich einig, dass ihre Kirche im Dorf bleiben sollte. In den Jahren von 1984 bis 1986 wurde das Gebäude mit finanzieller Hilfe und Unterstützung auch aus den Nachbarorten Bardenitz und Pechüle umfangreich instand gesetzt. Zwei Jahrzehnte später aber wies das Haus erneut massive Schäden auf. Wieder ergriffen Einwohner die Initiative und gründeten 2010 den Förderverein zum Erhalt der Klausdorfer Kirche. Ein Nutzungskonzept wurde erstellt, Spenden gesammelt, Veranstaltungen organisiert und viele Kuchen gebacken. Von den 68 Einwohnern des Dorfes engagieren sich 19 im Förderverein. Noch einmal so viele helfen bei der Durchführung von Theateraufführungen, Konzerten und Basaren. Hilfe kommt auch aus anderen Teilen des Ortsteiles Bardenitz sowie aus Treuenbrietzen. "Der Gemeinschaftssinn und das Miteinander werden gestärkt und der soziale Zusammenhalt gefestigt", sagt Kerstin Schäfer vom Verein.

Das Engagement brachte erste Erfolge. Voriges Jahr konnte der marode Fachwerkturm saniert werden. Knapp 70000 Euro flossen dafür aus verschiedenen Quellen. Dieses Jahr steht die Sanierung der Fassade des Kirchenschiffes sowie der Fenster und Türen an. Bis zu 40000 Euro sind nötig. Risse im Mauerwerk müssen geschlossen, Fundamente trockengelegt und isoliert werden. Zudem soll die Kirche eine Dachrinne erhalten. Gutachten werden momentan erstellt. Bis zum nächsten Adventsmarkt an der Klausdorfer Kirche sollen die umfangreichen Arbeiten beendet sein. Dann wartet noch der Innenraum auf seine Sanierung.

Märkische Allgemeine vom 05. Februar 2014

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