Herzballons für die Kirchensanierung

Was der Förderverein zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche für 2014 plant

GUBEN Der Förderverein zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche will auch im neuen Jahr zahlreiche kulturelle Beiträge als Ergänzung der Veranstaltungen der Stadt Guben organisieren. Deutsche und Polen sollen vor allem gemeinsam feiern.

Die Ruine der einstigen Gubener Stadt- und Hauptkirche soll zum Leben erweckt und zum Kultur- und Kommunikationszentrum Gubins werden.
Foto: Jana Pozar/zar1

Für Günter Quiel, Vorsitzender des Fördervereins, ist es wichtig, dass viele Veranstaltungen zur Tradition werden, "bereits bevor die Kirche als Kultur- und Kommunikationszentrum Gubin genutzt werden kann".

Ein besonders "herzliches" Vorhaben plant der Verein gemeinsam mit dem Kulturhaus Gubin für den 14. Februar, dem Valentinstag. "Wir laden ab 15 Uhr deutsche und polnische Leute ein, sich vor oder in der Kirche zu treffen", so Quiel. Dabei komme es vor allem darauf an, sich auszutauschen, zu reden oder einfach nur lustig zu sein. An diesem Tag werden rote Herzballons, die mit Gedanken, Wünschen oder Grüßen behängt werden, in den Himmel steigen. "Es wird Süßes zu essen und Glühwein zu trinken geben", sagt der Vereinsvorsitzende.

Nach dem Benefizkonzert zugunsten des Wiederaufbaus der Stadt- und Hauptkirche am 26. April sollen Polen und Deutsche am 1. Mai gemeinsam auf der Neiße-Insel feiern. Dann jährt sich der Jahrestag des Beitritts Polens in die EU zum zehnten Mal. "Mit den Festen auf der Insel und an der Kirche rufen wir die wieder neu zu bildende Stadtmitte ins Gedächtnis der Menschen zurück", erklärt Quiel. Auf der Neiße-Insel will der Verein auch Laienkünstlern ein Podium bieten. Am 2. August wird es dort aus diesem Grund ein deutsch-polnisches Begegnungsfest geben. "Wir wollen allen Formen und Arten der Musik - Pop, Rock, Klassik und Gospel - eine Plattform bieten. Das kulturelle Zusatzprogramm soll alle Altersgruppen ansprechen", betont Günter Quiel. Dafür können Gubener und Gubiner im Infozentrum des Vereins auch gern Vorschläge einbringen. "Dafür sind wir sehr dankbar", so Quiel.

Am 8. Juni wird das Projekt Sanierung Turm und Architekturwettbewerb offiziell abgeschlossen. Doch die Sanierung wird noch Jahrzehnte dauern. Die Ergebnisse des Wettbewerbes werden ab 10. Februar im Infozentrum zu sehen sein. Zudem gibt es dort auch einen Kalender mit den eingereichten Vorschlägen zur Gestaltung des Kultur- und Kommunikationszentrums Gubin. Der Kalender zeigt, welche Möglichkeiten es mit modernen Werkstoffen an einem Objekt in der Doppelstadt, in der ehemaligen Mitte Gubens, gibt. "Gegen eine kleine Spende können Interessenten sich diesen Kalender abholen", sagt Günter Quiel.

Leider würden sich viele Gubener nicht für die Sanierung interessieren, "weil sie einfach keinen Bezug zu dieser Kirche haben. Doch das Bauwerk war, ist und wird Stadtbild prägend sein. Es muss wieder genutzt werden, muss wieder leben dürfen", betont Günter Quiel. Schließlich gebe es in Guben und Gubin keinen anderen Ort, an dem mehrere Hundert Menschen zusammenkommen können. "Und wir müssen vorausschauen in die Zukunft, wenn die Kirche wieder ganzjährig genutzt werden kann", betont Quiel.

Jana Pozar / zar1

Lausitzer Rundschau vom 01. Februar 2014

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