Neubrücker Förderverein Dorfkirche engagiert sich rege

Neubrück (MOZ) Mit einem Bildervortrag unter dem Motto "Hat Holz eine Seele" hat der Förderverein Dorfkirche Neubrück sein Veranstaltungsjahr beendet. Auch für 2014 sind wieder viele Aktivitäten geplant, um möglichst bald das Gotteshaus sanieren zu können.

Auf der Kanzel mit Laptop: Fotograf Hartwig Klappert stellte bei seinem Bildervortrag in der Neubrücker Kirche unterschiedliche Sichtweisen zum Thema Holz vor - wie hier die Aufnahme vom verschneiten Birkenweg im Vorwerk Heinersdorf.
© Cornelia Link

Dicht drängen sich 65 Gäste in dem kleinen Gebäude. Die meisten kennen sich, begrüßen sich mit Küsschen. Die verteilt auch Hartwig Klappert rege am Eingang. Der Künstler hat in Berlin sein Atelier, ist jedes Wochenende hier auf seinem Grundstück und will bleiben. Das hat der Kunst- und Anatomie-Professor Dr. Klaus Addicks bereits getan und sich das alte Gutshaus an der Spree ausgebaut. Beide Protagonisten sind Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Neubrück.

Klappert zeigt in seinem Vortrag per Beamer und Laptop viele Bilder aus Neubrück und Umgebung, das, was ihn 2013 bewegt hat. Sein Bild des Jahres sei das brennende Boot in der Schleuse. Es folgen Aufnahmen vom sanierten Gasthof, auch vom Nadelwehr, das "plattgemacht" wird. "Neubrück hat seinen Trumpf verloren", sagt Klappert und wendet sich dem eigentlichen Thema Holz zu.

Viele Aufnahmen zeigen Birkenwege (Vorwerk Heinersdorf), aber auch gestapelte Scheite, Holz an Fachwerkhäusern und Kirchen. Es sind Gipfelkreuze zu sehen, Bauwerke in der ganzen Welt. "Holz in der Region findet man meist nur noch in Ställen, Scheunen und in Kirchen", erklärt der Berliner.

Daran knüpft auch Addicks an. Er hat in seinem Vortrag einen Blick auf Holzhäuser mitgebracht, beleuchtet Holz auch als Baumaterial bei Musikinstrumenten, erklärt ausgiebig die Kunst, eine Violine herzustellen, ist aber auch überzeugt, dass bei einem Instrument immer die Verhaltensweise des Menschen mit Einfluss nimmt. "Krippenfiguren, Nussknacker, Pyramiden, das alles muss in der Adventszeit aus Holz sein, bringt wohlige Gefühle", fügt er an.

Ob Holz eine Seele habe, darauf könne auch er keine Antwort geben. Ausnahme: Die auf Holz basierende Ikonenmalerei der orthodoxen Kirche. Auch dafür kann der einstige Oldenburger viele Beispiele vorweisen.

Am Ende fühlt sich Günter Poeschke, Vorsitzender des Fördervereins Dorfkirche, bestätigt: "Mit dem Vortrag haben wir wieder den Beweis erbracht, etwas besonderes anzubieten", sagt der Neubrücker, zugleich Schulleiter in Görzig . Im April besteht der Verein sechs Jahre, hat sich zum Ziel gesetzt, das 1955 gebaute Gotteshaus mit daneben stehendem Glockenturm zu erhalten. Zum anderen will man die Vereine im Dorf enger aneinander führen und Kulturangebote mit Lerneffekt bieten.

Natürlich gibt es nach dem Ende des rege mit Applaus bedachten Vortrages draußen im Feuerschalen-Schein wieder Glühwein und Suppe. "Damit sammeln wir auch noch etwas Geld", sagte Günter Poeschke. Viele Veranstaltungen haben die 25 Mitglieder über das Jahr organisiert - Lesungen, Bildervorträge, Konzerte, Filmvorführungen. Dazu kommen Arbeitseinsätze an der Kirche und den Teichen. Aktiv ist man aber auch beim Familienteich- sowie Sommerfest, unterstützte jüngst das Krippenspiel. "Wir haben viele aktive Rentner", sagt der Vereinschef dankbar und freut sich, mit Arno Stapelfeld (Vize), Ralf Lamm (Schatzmeister) und Gerd Buschmann (Organisation) sowie Michael Albrecht (Architekt) ein zuverlässiges Vorstands-Team um sich zu wissen.

Nun hofft der Verein, zugleich Mitglied im Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, dass Ende 2014 endlich Fördermittel für die Kirchen-Sanierung kommen. Die Erneuerung der verfaulten unteren Holzlagen der Wände wird rund 100000 Euro kosten. Erhält man Förderung von 80 Prozent, stellt die Kirchengemeinde 10 000 Euro als Eigenanteil bereit. "Die restlichen zehn Prozent versuchen wir zu erreichen und es sieht gut aus", sagt Poeschke und verweist auf viele Veranstaltungen im neuen Jahr. Losgehen soll es bald schon wieder bei Frost - mit geselligem Eisstockschießen auf dem Gartenteich von Hartwig Klappert.

Cornelia Link

Märkische Oderzeitung vom 04. Januar 2014

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