Wertvolle Rosette in St. Jakobi droht abzustürzen

Kirchenfenster in Gefahr

Die Denkmalschützer schlagen Alarm: Ein großes rundes Glasmalerei-Fenster in der Luckenwalder Jakobikirche ist in desolatem Zustand und droht herunterzustürzen. Mindestens 10 000 Euro an Spenden nötig.

Luckenwalde. In einem Brief an den Förderverein Jakobikirche macht Marina Flügge vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege auf den dramatischen Zustand aufmerksam. Es handelt sich um die bunte Rosette auf der Südostseite der Kirche mit einem Durchmesser von 3,20Meter. Das denkmalgeschützte Fenster stammt aus dem Jahre 1894.

"Die Bleiprofile sind teilweise vollständig gelockert, einige Teile ragen schon in den Innenraum der Kirche", heißt es in dem Schreiben. Der Erhaltungszustand der Rosette habe sich dramatisch verschlechtert, sie sei "in höchstem Maße gefährdet", erklärt die Denkmalexpertin. Sie empfiehlt dringend eine Notsicherung einschließlich eines sachkundigen Ausbaus und einer sicheren Einlagerung, wenn die Mittel für eine Restaurierung nicht zur Verfügung stehen. Und: Die Maßnahmen sind noch vor dem Winter geboten, um den drohenden Verlust des wertvollen Glases abzuwenden.

Margitta Haase vom Förderverein der Kirche bestätigt den Makel: "Die Rosette sieht nur auf den ersten Blick gut aus. Das Bleinetz ist total verbogen, der Stahlrahmen ausgebaucht." Die Kosten für die Notsicherung inklusive Einbau der späteren Schutzverglasung werden mit etwa 10000 bis 15000 Euro beziffert. "Der Förderverein ist nicht in der Lage, diese Summe zu finanzieren", so Margitta Haa- se. Der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises sind offenbar auch die Hände gebunden, da sich der Kreis in der vorläufigen Haushaltsführung befindet.

In der evangelischen Kirchengemeinde als Eigentümer hat man zurzeit ebenfalls keine Patentlösung parat. "Eigentlich haben wir das Geld derzeit nicht, weil wir mit der aufwendigen Turmsanierung beschäftigt sind", sagte Klaus-Dieter Langner, Mitglied des Gemeindekirchenrates, der MAZ. Das Gremium will nun beraten, wie es weitergehen soll.

Förderverein und Gemeinde hoffen, dass sich Sponsoren für den Erhalt des beeindruckenden Ornament-Fensters erwärmen können. "Jede Spende hilft, denn zur Sicherung des Fensters muss auch innen und außen ein Gerüst aufgestellt werden. Die Zeit drängt, und später soll auch dieses Fenster wie bereits andere fachmännisch restauriert werden", sagte Margitta Haase.

Von Elinor Wenke

Kontakt zum Förderverein unter 03371/632776 und zur Kirchengemeinde unter 03371/610925.

Märkische Allgemeine vom 10. Oktober 2013

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