Neues Leben für alte Kirche

Hirschfelde (MOZ) Ein Traum wird wahr: Für den Wiederaufbau der Dorfkirche von Hirschfelde haben die Arbeiten begonnen. Insgesamt stehen dafür knapp 270 000 Euro bereit.

In luftiger Höhe: Peter Koschitzki und René Werner (v.l.) von einer Müncheberger Firma beim Mauern der Traufe am Schiff der Hirschfelder Dorfkirche.
Foto:MOZ/Sergej Scheibe © MOZ/Sergej Scheibe

Das Gotteshaus ist ohne Dach - und das schon seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Material wurde damals für die Handwerker benötigt. Als es wenig später wieder auf das Schiff kommen sollte, gab es dafür jedoch keineGenehmigung. Bis in die siebziger Jahre hinein ist das Gebäude dann immer mehr verfallen, die Mauern bröckelten zusehends. Zwar waren die Fundamente noch tragfähig, ihre Stabilität hatte aber gelitten.

Schließlich taten sich engagierte Hirschfelder, aber auch Wochenend-Berliner zusammen und gründeten einen Förderverein. Tatkräftig gingen sie ans Werk, versuchten, die Kirche zu erhalten. Hin und wieder gab es auch etwas Geld, auch die Stadt Werneuchen steuerte kleine Summen bei. Doch der große Wurf, ein Geldbetrag, mit dem man richtig etwas anfangen konnte, blieb aus. Doch der Förderverein und sein Vorsitzender Jürgen Albrecht ließen nicht locker. Die Bemühungen waren schließlich von Erfolg gekrönt.

Im Frühjahr flatterte der Bewilligungsbescheid ins Haus. Insgesamt266 000 Euro stehen nun für die dringend notwendigen Maßnahmen zur Verfügung. Die Landeskirche beteiligte sich, ebenso der Kirchenkreis Fürstenwalde-Strausberg, die Kirchengemeinde und der Landkreis Barnim. Die Stadt Werneuchen spendierte erst kürzlich 5000 Euro. Der größte Teil des Geldes, rund 168 000 Euro, kamen jedoch aus dem ILE/Leader-Programm.

Inzwischen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Die Mitglieder des Fördervereins leisteten dabei wichtige Vorarbeiten. "Wir haben beispielsweise den Abriss von Wänden übernommen", sagt Vorsitzender Jürgen Albrecht. Nun sind bereits die Maurer am Zuge. In den kommenden Wochen sollen dann auch die Fenster repariert und Zimmermannsarbeiten erledigt werden. Die Dacheindeckung ist für Ende Oktober vorgesehen. Auch der Förderverein wird erneut mitarbeiten. "Wer uns helfen möchte, ist immer willkommen", so Jürgen Albrecht.

"Unser Ziel ist es, die historische Fassung wiederherzustellen", sagt Architektin Bettina Krassuski. Vorgesehen ist, dass das Gotteshaus zwei neue Satteldächer erhält - auf dem Schiff und auf dem Chor. Beide werden eine stärkere Neigung haben als das ursprünglich der Fall war. Die Balkendecke ist sichtbar, der Fußboden wird durchgängig gestaltet sein. "Der schlichte Charakter bleibt erhalten", betont die Architektin. Die vorhandenen "Brüche" sollen auch künftig zu sehen sein.

Im Inneren wird es zwei Räume geben, die auch beheizbar sind. Dort soll, so sehen es die ehrgeizigen Pläne vor, eine Ausstellungsstätte mit überregionaler Bedeutung entstehen. Im Mittelpunkt wird dabei wohl Eduard Arnhold stehen. Der Berliner Unternehmer, Kunstmäzen und Philantrop besaß das Rittergut Hirschfelde.

Pfarrer Johannes Menard, er ist für die Kirchengemeinde zuständig, freut sich, dass die Fördermittel endlich bewilligt wurden. "Es wäre schön, wenn in die Kirche wieder Leben einziehen würde", so Menard. Auch Torsten Jeran vom Regionalpark Barnimer Feldmark ist froh, dass die Dorfentwicklung in Hirschfelde große Fortschritte macht.

Wenn alles im Zeitplan bleibt, sollen die Arbeiten 2014 endgültig abgeschlossen sein.

Märkische Oderzeitung vom 04. Oktober 2013

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