Bechliner Dorfkirche muss dringend saniert werden

Förderverein hofft auf Zuschuss

Sie ist rund 700 Jahre alt, doch an ihrer Anziehungskraft hat die Bechliner Kirche nichts verloren. Die Bechliner und ihre Gäste hören dort klassische Konzerte, erleben Lesungen und Theaterstücke - und natürlich den Gottesdienst.

Bechlin. "Wir haben ein wahnsinnig breites Nutzungskonzept, das gelebt wird", sagt Andreas Schulz, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Dorfkirche. Dennoch hat der 47-Jährige ein Problem: Der hölzerne Turm und das Dach der Wehrkirche müssen saniert werden. Die 35 Mitglieder des Fördervereins sammeln deshalb seit Jahren Spenden. Erfolgreich: Sie haben bereits 35.000 Euro beisammen. "Aber das ist nur etwa zehn Prozent dessen, was notwendig ist", sagt Schulz. Ein Architekt hat die Kosten für die Sanierung auf gut 300.000 Euro geschätzt. Der Förderverein hofft deshalb auf Fördermittel - bisher vergeblich.

"Bechlin gilt als Wohnplatz. Damit erhält es keine Zuschüsse aus dem Programm für ländliche Entwicklung", sagt Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde. Anders sieht es in Buskow aus. Der Neuruppiner Ortsteil erhält von der Landeskirche mehrere hunderttausend Euro, zudem beteiligt sich die Fontanestadt an der Sanierung des Gotteshauses. "Wir beteiligen uns mit einer fünfstelligen Summe, die wir über zwei, drei Jahre bereitstellen", sagt Golde. Mit so einem Finanzkonzept wäre auch dem Bechliner Förderverein geholfen. "Die Kirche wird sich beteiligen. Sie kann aber keine 300.000 Euro aufbringen", sagt Andreas Schulz. Bechlin sei deshalb auf Fördermittel angewiesen. Golde unterstützt das Anliegen. "Wir haben hier eine erhaltenswerte Kirche und viel bürgerschaftliches Engagement. Die Bechliner haben es verdient, dass man ihnen hilft." Doch Geld hat die Stadt auch nicht. Der Förderverein will deshalb, dass Bechlin zum Ortsteil erklärt wird. Dann könnte ein Förderprogramm wie Leader greifen. Dafür würde sich auch Landrat Ralf Reinhardt einsetzen. "Die Landeskirche als Eigentümer muss aber dabei sein", betont Reinhardt.

Darin sieht Andreas Schulz kein Problem. Die Kirche werde sicher Geld geben, nur die Höhe ist unklar. Die Mitglieder des Förderverein befragen indes derzeit alle Einwohner, was sie davon halten, wenn Bechlin Ortsteil wird. "Wir hätten dann auch mehr Mitspracherechte und dürfen in der Stadtverordnetenversammlung Anträge stellen", sagt Nico Ruhle. Bürgermeister Golde hat nichts dagegen. "Ob Neuruppin nun 13 oder 14 Ortsteile hat, das bringt nicht mehr Arbeit."
av

Märkische Allgemeine vom 09. September 2013

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