Hermsdorf zeigt sein Schmuckstück

Gemeinde im Amt Ruhland bittet am Tag des offenen Denkmals zum sanierten Gotteshaus

HERMSDORF Brandenburgs "Dorfkirche des Monats" steht in Hermsdorf. Und wie sie dort steht: mit dem neuen Turm, dem frischen Dach und dem freundlichen Gelbton auf der wieder hergerichteten Fassade. Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September kann sich davon jeder Besucher selbst überzeugen.

In der evangelischen Wochenzeitung "die Kirche" steht es: Das außen fertig sanierte Gotteshaus in Hermsdorf ist "Kirche des Monats" August in Brandenburg. Bernd Richter (l.), Christine Bergmann und Reinhard Noack vom Kirchbauverein freuen sich über diese Ehre.
Foto: Manfred Feller
 
Die beiden Hermsdorfer Kirchenglocken haben alle Kriegswirrren gut überstanden und sind nicht eingeschmolzen worden. Nach Reparatur und Verschönerungskur erklingen sie wieder.
Foto: Balzer/mbz1

Außen ist die evangelische Kirche in Hermsdorf innerhalb von nur eineinhalb Jahren ein Vorzeigeobjekt geworden. So schmückt seit 2012 fast zweieinhalb Jahrzehnte nach dessen Abriss endlich wieder ein zumindest teilweise weithin sichtbarer Turm das evangelische Gotteshaus.

Der vor sechs Jahren gegründete Kirchbauverein unter der Leitung von Reinhard Noack, einem Katholiken, hat ganze Arbeit geleistet. Trotz anfänglicher Absagen konnten die nur 20 Mitglieder dank ihrer Hartnäckigkeit und ihrer Überzeugungskraft insgesamt 374 000 Euro akquirieren, um bis hin zu den Türen und Fenstern alles außen Notwendige sanieren zu lassen. Es flossen 238 000 Euro an Fördermitteln. Das übrige Geld brachte der Verein unter anderem durch Spenden auf. "Allein die Tochter des letzten Schlossbesitzers von Lipsa unterstützte uns mit 5000 Euro", freut sich der 63-jährige Vorsitzende und Elektronikingenieur Reinhard Noack darüber, dass die einstigen Herrschaften mit ihrer alten Heimat verbunden bleiben möchten.

Die einstige Industriekauffrau Christine Bergmann sorgte nach eigenen Angaben als Vorstandsmitglied, stellvertretende Vorsitzendes des Gemeindekirchenrates und Friedhofsverantwortliche mit dafür, dass der Verein mit allen Partnern des Projektes in Kontakt bleibt und dass Veranstaltungen stattfinden, die immer wieder Geld einspielen. Denn die Sanierung muss drinnen fortgesetzt. Vereinsvorsitzender Reinhard Noack geht von mindestens 100 000 Euro, die für die komplette Renovierung noch gebraucht werden. Draußen solle noch das Familiengrab derer von Gersdorff, einer Patronatsfamilie, restauriert und eine Feuchtigkeitssperre zum Kirchmauerwerk aus Feldsteinen hergestellt werden.

Mit Bernd Richter unterstützt in baufachlicher Hinsicht die ehrenamtliche Arbeit des Hermsdorfer Kirchbauvereins sogar ein Mann aus Schwarzbach. "Ich mache das gern", sagt der 58-Jährige. Als er einst in der Amtsverwaltung Ruhland tätig war, entwickelten sich Kontakte in alle Amtsgemeinden.

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Neben anderen historischen Gebäuden im Landkreis und darüber hinaus öffnet zum Tag des offenen Denkmals am 8. September auch die evangelische Kirche in Hermsdorf ihre Pforten. Programm: 15 Uhr Andacht, 15.30 Uhr Führungen, 17 Uhr Benefizkonzert des Männergesangsvereins 1846 Ruhland. Am Tag zuvor wird bereits um 9 Uhr zum Verschönerungseinsatz auf das Gelände mit Kirche und Friedhof gebeten.

Manfred Feller

Lausitzer Rundschau vom 27. August 2013

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