Damelacker sind stolz auf ihre Kirche

Das kann sich sehen lassen

Nein, unzufrieden sind die Damelacker sicherlich nicht - zumindest, wenn es um ihre Kirche geht. Da hat sich in den vergangenen Jahren gewaltig was getan. Seit 2005 bemüht sich der "Förderverein zur Erhaltung der Kirche in Damelack" um den gut 100-jährigen Bau.

Karin Luckert (l.) und die anderen Vereinsmitglieder hatten Cornelia Behm (Mitte) viel zu berichten.
Quelle: Alexander Beckmann

Damelack. Erfolgreich war der Verein seitdem vor allem bei der Beschaffung von Geld für die damals dringend erforderliche Sicherung. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde und den anderen örtlichen Vereinen etablierte er die Veranstaltungsreihe "Damelacker Sommer" als feste Größe im regionalen Kulturleben. Stiftungsgelder, Fördermittel, kirchliche und staatliche Zuschüsse und vor allem viele private Spenden summieren sich inzwischen auf rund 260000 Euro. Damit konnten die baulichen Mängel des Gebäudes behoben werden. Rein äußerlich präsentiert sich die Damelacker Kirche wieder so solide und ansehnlich wie kurz nach ihrem Bau.

Mit diesem Erfolg lockten die Damelacker in dieser Woche den Wahlkampf in ihren Ort. Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete der Grünen im Wahlkreis 56, und ihre eventuelle Nachfolgerin Kathrin Boleslawsky aus Kyritz kamen zu Besuch. Cornelia Behm war schon vor vier, fünf Jahren in Damelack zu Gast - schließlich ist sie Mitglied des Förderkreises Alte Kirchen Brandenburg und in ihrer Fraktion für die Entwicklung des ländlichen Raums verantwortlich. "Da ich nicht wieder für den Deutschen Bundestag antrete, dachte ich: Guckste mal, was hier draus geworden ist", erklärte sie den Damelackern. Und die revanchierten sich für das Interesse mit einer Menge Informationen.

"Die Außensanierung ist soweit abgeschlossen", berichtete die Vorsitzende des Damelacker Fördervereins Karin Luckert. Fassade, Fenster, Dach und Turm seien gesichert und hergerichtet. "Wir sind jetzt dabei, einen Geldgeber zu finden, der uns im Innenraum hilft." Denn dort stehen nach Schätzungen des Fördervereins noch Arbeiten für über 80000Euro aus. Insbesondere betrifft das die üppige farbliche Gestaltung von Decke und Wänden. Die Zeit und wohl auch Regenwasser haben ihr zum Teil erheblich zugesetzt. Der Taufstein, der noch aus dem Vorgängerbau stammt, bedarf der Restaurierung. Und dann steht da neben dem Altar seit Jahrzehnten ein alter Tresor - verschlossen. Niemand weiß, ob sich überhaupt etwas darin befindet, und niemand hat den Schlüssel. Das hätten die Damelacker zu gern geklärt. Doch Fachleute für so etwas sind rar und teuer.

Mit entsprechenden Summen konnten die Grünen-Politikerinnen bei ihrem Besuch nicht dienen - aber mit Tipps zu Geldquellen, Experten, Helfern. "Ich finde es schon sehr segensreich, was so ein Verein hier leistet", lobte Cornelia Behm am Ende sowohl das Damelacker Engagement als auch die vielen Veranstaltungen im und am Gotteshaus. "Man sieht: Diese Kirche funktioniert."

Der "Damelacker Sommer" wird bereits morgen fortgesetzt: mit Improvisationstheater der "Mittwochsliteraten". Und auch den Winter will man nicht ungenutzt lassen. "Wir haben als Verein angefangen, im Winter im Vereinshaus Kino zu machen", sagt Karin Luckert. Eines steht also fest: Die Damelacker sind nicht unzufrieden - aber sie lassen auch nicht nach.

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine vom 22. August 2013

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