Beelitzer beschließen Zuwendung für Schäper Schinkel-Bau

Stadt stützt Kirchensanierung

Das Großprojekt "Sanierung Schinkel-Kirche" im Beelitzer Ortsteil Schäpe kann weiter gehen. Die Beelitzer Stadtverordnetenversammlung hat am Montagabend einer städtischen Zuwendung von 36500 Euro für die Reparatur des Daches des Gotteshauses zugestimmt.

Schäpe. Die Summe hatte noch gefehlt, um den zweiten Bauabschnitt beginnen zu können (MAZ berichtete). Wie gestern aus der Stadtverwaltung verlautete, soll nun am 9. September offizieller Baustart für die zweite Phase - die Dachsanierung - sein. Die insgesamt nötigen rund 115000 Euro kommen vom Förderkreis Alte Kirchen (2500 Euro), vom Landkreis Potsdam-Mittelmark (15 000), von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (23 000), vom Kirchenkreis und der Gemeinde (28 500), vom Förderverein (3500) und Privatspendern (6000) sowie der Stadt (36500). "Nach meiner Kenntnis ist keine landeskirchliche Förderung für die Sanierung erfolgt", sagte Volker Jastrzembski, Pressesprecher der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, gestern auf Nachfrage.

Vor der Abstimmung hatten Architekt Jürgen Götz und Hartwig Remy, Vorsitzender des Fördervereins "Schinkel-Kirche Schäpe", den Stadtverordneten einen Einblick in Geschichte und Zustand der Kirche gegeben. Sie war 1827 geweiht worden, nachdem der Vorgängerbau einem Brand zum Opfer gefallen war. Einen Turm gab es zunächst nicht; dafür hingen die beiden Glocken in einem Holzschauer (Gestell) vor der Kirche. Sie war nach Entwürfen des Architekten und Stadtplaners Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) nach italienischem Vorbild entstanden. Der Förderverein kümmert sich seit 2010 um das Denkmal. Im vorigen Jahr war der erneuerte Turmhelm samt Bekrönung gefeiert worden. Besonders marode seien aber Dach, Fenster und Fassade der Kirche. Wasser und Tiere hätten erhebliche Schäden verursacht, so Götz. Mit dem Schinkelverein in Berlin, der sich eine ständige Ausstellung zu Schinkelbauten auf dem Land in Schäpe vorstellen könnte, sei eine Kommunikation aufgenommen worden. Und für die um 14.33 Uhr stehen gebliebene Kirchturmuhr suche man einen Sponsor. Die inzwischen aufgearbeiteten Glocken von 1828 warten auf dem Jakobs-Hof in Schäpe darauf, in den neu gezimmerten Schauer umzuziehen. Das Holzgestell steht bereits vor der Kirche.

In der Diskussion mahnten die Stadtverordneten trotz aller Wertschätzung für den Erhalt der Kulturdenkmäler Augenmaß bei der Vergabe städtischer Mittel für kirchliche Bauten an. Hilfreich wäre eine Übersicht über alle Kirchen in den Ortsteilen, deren Zustand und gewährte Mittel, damit man Prioritäten setzen könne. Außerdem sollte ein Überblick über deren gemeinschaftlich-öffentliche Nutzung neben der sakralen möglich sein. Überall wo Dorfgemeinschaftshäuser existierten - wie auch in Schäpe - müsste kein zweites in einer Kirche entstehen, hieß es etwa.

Überlegungen zur künftigen öffentlichen Nutzung reichen vom Ausstellungs- und Veranstaltungshaus über Hochzeitskirche bis zu Führungen und Turmbesteigungen. Für Architekt Götz war es gestern eine "Riesenfreude", als er von dem Beschluss erfahren hat.

Von Claudia Krause

Märkische Allgemeine vom 20. August 2013

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