Kroppener Barockkirche ist wieder ein Schmuckstück

Mit der Sanierung des fast 300 Jahre alten Gotteshauses hat der Kirchbauverein sein Meisterstück vollbracht

KROPPEN Die fast 300 Jahre alte Barockkirche in Kroppen erstrahlt wieder in alter Schönheit. Hinter dem ehrenamtlich tätigen Kirchbauverein unter dem Vorsitz des ehemaligen Bürgermeisters Hans Dietzel liegen annähernd zehn aufregende und anstrengende Jahre.

Vorsitzender Hans Dietzel ist stolz auf die Arbeit des Kirchbauvereins sowie auf die zahlreichen Unterstützer.
Foto: Manfred Feller

Mit der ersten Kirchennacht ist am Sonnabend der vorläufige Abschluss der Sanierung gefeiert worden.

Der Kirchbauverein und dessen kirchliche, öffentliche und private Unterstützer, Förderer und Gönner haben es geschafft, dass die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes im Dorf bleibt. Ansonsten hätte nach den Worten von Hans Dietzel ein ganz anderes Schicksal gedroht: "Wir hätten ein Schild ,Polizeilich gesperrt' aufstellen müssen."

Dieses Szenario ist keineswegs aus der Luft gegriffen. Das zwischen 1718 und 1721 vom Kirchenpatron und Bauherrn Georg von Werthern errichtete Gotteshaus stand tatsächlich auf der Kippe. Das morsche Fundament hätte das Gebäude nicht mehr lange sicher tragen können. Es wurde aufwendig verstärkt.

Saniert werden musste auch der vom Schwamm geschädigte Dachstuhl. Nicht zuletzt wurden das Dach, der Turm und die Fenster saniert. Drinnen und draußen wurde neu gestrichen. Auch andere Gewerke waren zu Gange. Bis auf ein paar Restarbeiten ist die Sanierung abgeschlossen. Das Augenmerk liegt dabei auf dem Epitaph. Das reich verzierte Grabmal über der Gruft des Reichsgrafen Georg zu Werthern ist noch zu restaurieren. Hier fließt erneut Landesgeld. Hinzu kommen Mittel des Vereins.

Die Liste der Unterstützer ist lang und reicht von der Gemeinde Kroppen über Kirchgemeinden, verschiedene Landesministerien, die Sparkasse Niederlausitz, den Landkreis bis hin zu Stiftungen und Spendern aus der Bevölkerung. Auch ein am Bodensee lebender Nachfahre des letzten Patronatsherrn möchte das Erbe seiner Vorfahren bewahrt sehen. Er spendete 9000 Euro.

Der 79-jährige Hans Dietzel gibt zu, dass die Beschaffung von Geld und die Sanierung selbst zeitweise ganz schön an den Nerven gezerrt haben. Doch die Vereinsmitglieder Lothar Kirschke, Reiner Döring, Siegfried Hommel, Manfred Hain, Klaus Höhnel, Doris Bodack, Annelie Römer und Horst Stopperka hielten sich an Erich Kästner, wenn sich wieder einmal Hürden auftürmten: "Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen."

Alle an dem Projekt Beteiligten haben sich mit der Sanierung ein Denkmal gesetzt. Hans Dietzel winkt ab: "Ich habe es nicht für mich gemacht, sondern für die Gemeinde und für die Christen."

Der größte Lohn für ihn und den Verein sei es, wenn die Veranstaltungen der inzwischen etablierten Reihe "Kunst und Kultur in der Barockkirche Kroppen" gut besucht werden. Der Vorsitzende hätte sich vor Jahren auch nicht träumen lassen, dass er eines Tages mit Künstlern verhandelt und als Veranstalter auftritt. Doch die kulturellen Angebote sollen Geld für den laufenden Betrieb und für immer wieder notwendige Arbeiten am Gotteshaus einspielen. "Kirche ist für uns nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein Ort kultureller und sozialkritischer Auseinandersetzung", so Hans Dietzel. Der nächste öffentliche Höhepunkt ist der Tag des offenen Denkmals im September.

Hans Dietzel hofft, jetzt ein wenig mehr Ruhe finden zu können. Das ehrenamtliche Engagement liegt in der Familie. Seine Frau Irmgard spielt Orgel in der Kroppener Kirche, Harmonium in Frauendorf, singt im Gemischten und im Kirchenchor Kroppen und leitet den Englischkurs im Ort.

Manfred Feller

Lausitzer Rundschau vom 13. August 2013

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