Königsberger Kirche

Gottesdienst im Haus des Dorfes

Die Hülle der Königsberger Kirche wird saniert. Im Inneren bleibt alles an seinem Platz. Rund 200 000 Euro werden in die Sanierung der Fassade, des Daches und anderes investiert.

Die Förderkreisvorsitzende Elisabeth Lau und Pfarrer Berthold Schirge im Innern der Kirche.
Quelle: Madlen Wirtz

Königsberg. Anfangs dachten die Mitglieder des Gemeindekirchenrates in Königsberg, dass sie trotz der Sanierung wenigstens den hinteren Teil der Kirche nutzen können. Obwohl dieser Bereich räumlich getrennt ist, haben sie schnell von ihrem Vorhaben abgelassen. "Das ist zu schmutzig. Wir mussten vorher alles abdecken. Es gibt kaum ein Durchkommen", sagt Elisabeth Lau. Sie ist die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates und die Vorsitzende des Förderkreises der Königsberger Kirchengemeinde. Das Inventar ist in der Kirche an seinem Platz geblieben. "Es wurde zuvor eingehaust, um es vor möglichen Steinschlägen zu schützen", so Elisabeth Lau. Für den Altar, die Kanzel, der Empore und die Orgel ist ein Häuschen aus OSB-Platten hergerichtet. Die Bänke und anderes sind unter einer dicken Abdeckplane verschwunden.

Für Gottesdienste weichen die Kirchgänger in das nahe liegende örtliche Dorfgemeinschafthaus aus. Mit diesem Umstand werden sie sich bis in den November hinein arrangieren.

"Danach ist die Kirche wieder nutzbar", freut sich Pfarrer Berthold Schirge. "Damals, im Jahr 2005, kam von heute auf morgen die Schließung", erinnert sich der Pfarrer an jene Zeit. Daraufhin wurde der Förderkreis gegründet, der das Gotteshaus wieder näher ins Bewusstsein der Menschen rückte und mit zahlreichen Aktionen Spenden einsammelte. Vier Jahre später gab es den ersten Lichtblick, die Kirche war wieder begehbar.

Nun wird am 3. Bauabschnitt gearbeitet. Rund 200 000 Euro werden in die Sanierung der Fassade, des Daches und anderes investiert. Die Eindeckung des Daches stellt die Beteiligten vor eine gewisse Herausforderung. "In den 1950er/60er Jahren wurde das Dach umgedeckt. Zu dieser Zeit wurde alles genommen, was kam und vorhanden war. Beim Abdecken kamen etliche unterschiedliche Formate und Qualitäten von Biberschwänzen ans Tageslicht: dicke, dünne, schmale und breite", weiß die Förderkreisvorsitzende. Die ältesten davon sind um die 500 Jahre alt, hat sich herausgestellt. Das Gute ist, dass etwa 70 Prozent der alten Eindeckung wieder verwendet werden kann. Gemeinsam mit dem Denkmalschutz einigte man sich, dass die historischen Biberschwänze auf der Nordseite des Kirchenschiffes einen festen Platz bekommen. Auf der Südseite werden neue Biberschwänze verwendet.

Von Madlen Wirtz

Zur Kirche Königsberg und der Sanierung

Die Feldsteinkirche in Königsberg wurde im 16. Jahrhundert erbaut.
Im Jahre 2008 wurde im Rahmen des 1. Bauabschnittes die Dachkonstruktion gesichert.
Der 2. Bauabschnitt folgte im Jahr darauf. Schäden im Mauerwerk im Bereich des Ostgiebels und der Längswände wurden beseitigt.
Die jetzigen Baumaßnahmen umfassen die Sanierung der restlichen geschädigten Dachkonstruktion, die stellenweise Überarbeitung der Mauerkrone, die Sanierung der restlichen Fassade, die Reparatur und Erneuerung der Fenster- und Türelemente sowie die Erneuerung der kompletten Dachdeckung.
Das Konzept zur Sanierung hat das Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung (IBS) aus Hoppegarten erstellt.
Etwa 200 000 Euro werden in diesem Abschnitt verbaut. Finanziert wird das Ganze zur Hälfte vom Land Brandenburg. Die Landeskirche steuert 30 000 Euro bei, die Kirchenkreis 33 000 Euro und 37 000 Euro stammen aus dem Eigenkapital. Alle Spenden aus dem Förderkreis sind im Eigenkapital enthalten.
Der Förderkreis ist ein Arbeitskreis der Kirchengemeinde. Elisabeth Lau ist die Vorsitzende.
Das Spendenkonto der ev. Kirchengemeinde Königsberg:
Konto: 1567056011, BLZ: 35060190, Bank: KD–Bank Dortmund, Verwendungszweck: Dorfkirche Königsberg.

Märkische Allgemeine vom 30. Juli 2013

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