Zuerst wird die Rüstung aufgestellt

Von: Manfred Drössler

Auf der Bauanlaufberatung wurden Details der geplanten Arbeiten abgestimmt. Steht das Gerüst, werden sich alle Beteiligten noch einmal von oben ein Bild vom baulichen Zustand der Mauerkrone machen.
Manfred Drössler

Das Aufbringen einer Dachkonstruktion auf die Kirchenruine Stavenow zum dauerhaften Schutz der Mauerkrone rückt in greifbare Nähe. In dieser Woche trafen sich Vertreter von Förderverein Historisches Stavenow, Gemeinde und Ortsbeirat Karstädt, Architekturbüro Röpke, unterer Denkmalbehörde und der beauftragten Firmen zur Bauanlaufberatung.

Ende Juli wird die Firma Dr. Ritter das Baugerüst aufstellen, so dass das Unternehmen Sawitzki & Taute ab dem 5. August mit den Maurerarbeiten beginnen kann. So ist neben anderen Arbeiten ein Ringbalken aus Beton aufzubringen, der eine Woche aushärten muss, bevor anschließend die Zimmerei Gadow & Rose mit den Dachstuhlarbeiten beginnen kann. Für ein dichtes Dach sorgt abschließend der Dachdeckerbetrieb von Marco Leppin mit dem Dachziegel Turmalin. Bauberatung soll immer mittwochs, 14 Uhr, sein. Läuft alles nach Plan könnten Ende September die ausgeschriebenen Arbeiten abgeschlossen sein.

Wünschenswert wäre, Teile des Ostgiebels (über dem Chorraum) mit Glaselementen zu gestalten, so dass mehr Licht in das dann mit dem Dach geschlossene Ruinen-Innere fällt. Architekt Klaus Röpke will dafür einen Kostenvoranschlag einholen und der Verein klären, wie die Finanzierung gesichert werden kann, muss er doch alle Ausgaben selbst stemmen, da ein Förderantrag auf ILE-Mittel keine Berücksichtigung fand. Spendengelder sind daher weiterhin willkommen.

Da die Kirchenruine als Baudenkmal in die Denkmalliste des Landkreises eingetragen ist, wurde das Vorhaben Kirchendach mit der unteren Denkmalbehörde abgestimmt. Deren Mitarbeiter Gordon Thalmann appellierte noch einmal an alle Beteiligten, sensibel mit dem Baudenkmal umzugehen und unter anderem das Kirchenfenster im Chorraum und das Wappen über dem Eingang besonders zu sichern."Es geht bei unserer Maßnahme jedoch nicht darum, alles so zu verwenden, wie es 1726 beim Bau der Kirche geschah", meinte Vereinsvorsitzender Reinhard Leber. Zumal es aus der Zeit kaum Dokumente gebe und bereits im 18. Jahrhundert erste bauliche Veränderungen vorgenommen wurden. Bei der geplanten Dachkon struktion habe man jedoch versucht, sich anhand baulicher Spuren dem Original anzupassen.

Der Prignitzer vom 11. Juli 2013

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