Balkenaustausch unvermeidlich

Gosen (MOZ) 2014 feiert Gosen das 100. Weihe-Jubiläum der Dorfkirche. Dass die Sanierung des Gebäudes bis dahin nicht abgeschlossen sein wird, ist dem Förderverein lange klar. Einen wichtigen Schritt dahin möchte der Verein aber trotzdem bald machen.

Balkenköpfe werden freigelegt: Thomas Schölzchen zeigt auf einen Dachbalken direkt über dem Kirchenschiff.
© MOZ/Lars Weber

In wenigen Wochen soll das Holzgutachten vorliegen, das alle weiteren Schritte zur Sanierung der Dorfkirche entscheidend beeinflussen wird. Thomas Schölzchen, Vize-Vorsitzender des Fördervereins, ist die Spannung anzusehen. Über Monate hinweg ging der Bauingenieur Jörg Schulz aus Frankfurt aus und ein in der Kirche und suchte in dem Gebäude - unter anderem in der Dinse-Orgel - nach Spuren des Holzbockkäfers "und seiner Freunde", wie Schölzchen sagt, außerdem nach Feuchtigkeit und Pilzen.

Ein Teilergebnis liegt dem Verein bereits vor, das sich ausschließlich auf die Funde in der Turmhaube bezieht. Das erste Fazit: "Einige Balken müssen wegen Kernfäule ausgetauscht oder ausgebessert werden", sagt Schölzchen. Hinzu komme die Bekämpfung der Insekten. "Grund zur Besorgnis ist auf jeden Fall da", sagt er, "Gefahr im Verzug besteht allerdings nicht", die Kirche sei trotz der Schäden sicher. Was das für eine Sanierung und deren Kosten bedeutet - da möchte Schölzchen das endgültige Gutachten abwarten. Ein bereits abgeschlossenes Sanierungsgutachten für die Innen- und Außenfassade ging von Kosten von etwa 500 000 Euro aus. Die Schäden am Holz und ihre Reparatur waren dort aber noch nicht aufgeführt.

Sobald das Gutachten vorliege, könne es aber mit der Planung der Sanierung weitergehen. "Solange wir nicht wissen, was alles im Holz schlummert, hat eine Sanierung ja keinen Sinn." Dann sollen einzelne Bauabschnitte eingeteilt werden, um so Fördermittel beantragen zu können. Das beansprucht Zeit. "Diese Zeit wollen wir intensiv nutzen, um auch selbst weiter Geld zu sammeln", sagt Schölzchen. Inzwischen hat sich die Dorfkirche als Kulturstätte einen Namen gemacht. "Seit 2008 haben wir dabei mehrere Zehntausend Euro gesammelt und auch immer wieder reinvestiert." Im ersten Halbjahr 2013 strömten vor allem zum Neujahrskonzert sowie den Konzerten von "Friedrich und Wiesenhütter" und dem Trio InSaiter viele Besucher. Und auch in den kommenden Monaten bis Jahresende hat das Programm des Fördervereins einiges zu bieten. So kommt am 10. August zum Beispiel Martin C. Herberg, ein Singer/Songwriter aus Wuppertal, nach Gosen.

Aber es wurde im ersten Halbjahr 2013 nicht nur gesungen und gespielt in der Gosener Kirche, sondern auch gearbeitet. Neben dem Holzgutachten wurde der Antrieb der Glocken erneuert. Außerdem soll bis Ende kommender Woche ein Wasseranschluss in der Kirche verlegt sein. "Bislang mussten wir immer Kanister mit Wasser in die Kirche schleppen, wenn es gebraucht wurde", so Schölzchen. Der eigene Anschluss solle diese Arbeit nun endlich erleichtern.

Märkische Oderzeitung vom 10. Juli 2013

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