Lübzower Dorfkirche erhält neues Dach

Von: Doris Ritzka

 
Die erste Hürde ist genommen - das Kirchendach wird saniert. 

"Die Finanzierung steht, wir konnten jetzt mit der Sanierung des Daches unserer Kirche beginnen", verkündet nicht ohne gewissen Stolz Dr. Jörg Bauer. Er ist der Vorsitzende des kleinen Fördervereins Dorfkirche Lübzow.

Es war eigentlich zuerst die Orgel, die sein Interesse erregte. Sie stammt aus der Orgelbauanstalt Wittenberge und trägt die Jahreszahl 1911. Doch seit langem ist sie nicht mehr bespielbar, viele Pfeifen fehlen, eigentlich ist sie mehr tot als lebendig, würde man sagen. Sie wieder zum Klingen zu bringen, das schwebte Dr. Bauer vor. Seine Idee stieß nicht nur beim Kirchenältesten Armin Wolf auf offene Ohren. Kurzum, ein Förderverein bildete sich, der sich die Sanierung des Lübzower Gotteshaus auf die Fahnen schrieb.

Schnell wurde aber auch klar, dass man nicht mit der Orgel beginnen kann. Zuvor muss das Dach in Ordnung gebracht werden. Es bot seit langem schon keinen ausreichenden Schutz mehr. Ein Unterfangen, das mit 25 000 Euro zu Buche schlägt und so nicht aus der Portokasse zu bezahlen ist.

Der Förderverein mit seinen acht Mitgliedern hat schier Unmögliches geschafft - vor allem auch Dank der Unterstützung von Kirchgemeinde, Kirchenkreis und den Lübzowern. Alle steuerten ihr Scherflein bei. Die Einnahmen aus Benefizkonzerten samt Bewirtung, Bar-Geschenke zu runden Geburtstagen bzw. Firmenjubiläen und auch die Einnahmen des Lübzower Kulturvereins bei der Tour de Prignitz wanderten in den großen Topf für die Sanierung der Kirche. "Dafür nochmals ein großes Dankeschön", betont der Vereinsvorsitzende.

Bereits im vergangene Jahr wurde dem Gotteshaus aufs Dach gestiegen, eine Notreparatur war unumgänglich. Nun aber werden hier sprichwörtlich Nägel mit Köpfen gemacht, wird das Dach komplett auf Vordermann gebracht. Wie viele Jahre jenes zuvor die kleinste Dorfkirche der Prignitz vor allem Wetter schützte, vermag niemand genau zu sagen. Die letzte große Sanierung erfolgte im Jahre 1856. "Zwischenzeitlich wurde immer wieder geflickt, so dass Ziegel unterschiedlichster Jahrgänge hier verbaut wurden. Die ältestens aber dürften es schon auf einige hundert Jahre bringen, ist sich Lennart Bauer sicher.

Derweil sind die Dachdecker emsig am Wirken, schließlich will der Förderverein am 11. August mit dem ganzen Dorf das neue Kirchendach feiern, um 14 Uhr mit einer Andacht und dann mit einem Konzert des Swing Side Orchesters.

Ein neues Dach - das ist so gut wie geschafft. "Wir haben aber noch viele Baustellen an bzw. in unserer Kirche", greift Bernd Cord-Kruse den Gedanken auf. Als nächstes geht es an die Hülle des Kirchenbaus. Knapp 8000 Euro sind dafür veranschlagt. Auch die Decke im Innern müsse unbedingt saniert werden. Der Kalk-Mörtel-Putz bröckelt an allen Ecken und Enden, so Armin Wolf. Auch die Kirchenmauer habe es nötig, ergänzt Bernd Cord-Kruse. Und die Orgel? "Das wird dann das Sahnehäubchen und Aufgabe der nächsten Generation", so die Vereinsmitglieder schmunzelnd.

Förderverein Dorfkirche Lübzow

Die Ersterwähnung des Dorf Lübzow geht auf das Jahr 1312 zurück und "da war auch von einer Kirche die Rede", so Dr. Jörg Bauer. Gerade mal etwas über zehn Meter lang, war sie wohl die Kleinste in der Prignitz. Sie zu erhalten und schrittweise zu sanieren, hat sich der Lübzower Förderverein Kirche zur Aufgabe gemacht. Insofern ist man dankbar für jegliche finanzielle Unterstützung, die auf dem Vereinskonto eingeht. Hier die Daten: Volks- und Raiffeisenbank Prignitz eG, Konto Nr. 205 199 0, Bankleitzahl 160 601 22.

Der Prignitzer vom 06. Juli 2013

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