Neues Dach für ältestes Haus

Wegendorf (MOZ) Die Gerüste stehen schon einige Tage. Sie zeigen: Es geht mit der Sanierung an der Dorfkirche Wegendorf weiter. Ein Festgottesdienst eröffnete jetzt diese Phase.

Herein zum Treffen am Dorfmittelpunkt: An der Dorfkirche Wegendorf sind am Donnerstag die Sanierungsarbeiten mit einem Gottesdienst Open Air festlich eröffnet worden.
© MOZ Gerd Markert

Sphärische Klänge wehen am Donnerstag über die schattige Wiese am Kirchhof. Bratwurstduft wabert hinüber zu festlich dekorierten Tischen und Bänken, an denen Wegendorfer "Ureinwohner", Neu- und Altzuzügler in bunter Mischung sitzen. Im Blickfeld: die Kirche, ältestes, markantestes Gebäude im Dorf.

Die Gerüste am Schiff zeigen es deutlich: Dort kann es mit den Sanierungsarbeiten weitergehen. Alle Mittel wurden von Kirchenkreis, Landeskirche, Stadt Altlandsberg zusammengekratzt, die Kirchengemeinde nahm ein Darlehen auf, um die 201 000 Euro hohe Leader-Fördersumme mit dem finanziellen Eigenanteil zu kombinieren.

Das von Weitem intakte Bauwerk braucht dringend einen stabilen Dachstuhl und ein neues Dach. Denn der Hausschwamm hat ganze Arbeit geleistet. An den Balkenköpfen waren in den 1980er-Jahren allenfalls notdürftig Reparaturen erfolgt und der Holzwurm bekämpft worden. 320 000 Euro kostet das Gesamtvorhaben, zu dem noch frische Farbe fürs Schiff, eine neue Decke sowie neue Dielen und Küchenmobiliar für den Gemeinschaftsraum im Küsterhaus zählen.

Pfarrer Johannes Menard lässt zu seinem Gottesdienst im Freien auch jüngere Geschichte Revue passieren. Er nennt den Förderverein um Enrico Konkel und den Gemeindekirchenrat der 120 Christen mit Michael Töpfer an der Spitze, die das Leben in und um das Gotteshaus neu befruchtet und im Ringen um Förderhilfe nie nachgelassen haben. In vier zurückliegende Jahre fallen zudem der sanierte Glockenstuhl, die restaurierte Turmuhr, das emsige Sammeln von Spenden. Und nun der Sanierungsfortgang.

Das Dach sei das Wichtigste am Haus, gibt Bürgermeister Arno Jaeschke seiner Freude Ausdruck. Das Größte aber sind die Menschen, die hier zusammenkommen, rückt Enrico Konkel in den Mittelpunkt. An einer Stätte der Begegnungen.

Märkische Oderzeitung vom 22. Juni 2013

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