Ein Fernsehgottesdienst von der Baustelle

Am 16. Juni ist der Tag der Autobahnkirchen das ZDF sendet dann aus Zeestow

Der Kirchturm wurde zuerst saniert. An der Fassade und drinnen wird gearbeitet.

ZEESTOW - Die Sache ist aufwändig und aufregend zugleich: Seit einem Dreivierteljahr bereitet sich der Kirchenkreis Falkensee mit vielen Helfern auf einen Fernsehgottesdienst vor. Der wird vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) aus der künftigen Autobahnkirche Zeestow (Dorfkirche des Monats Januar 2011) übertragen und am 16. Juni live gesendet. "Es ist eine tolle Chance, unser Projekt vorzustellen. Wann hat man schon mal 700 000 Zuhörer?", meint Pfarrerin Rajah Scheepers. So viele Menschen sehen im Schnitt bundesweit die Übertragung. Die am 16. Juni wird eine besondere sein: "Gesendet wird zusagen von der Baustelle", sagt Rajah Scheepers.

Das Zeestower Gotteshaus wird seit längerer Zeit unter den Fittichen des Kirchenkreises Falkensee saniert. Gerade sind Außenfassade und Innenraum dran. "Es sieht derzeit ziemlich wüst aus, der Boden wurde rausgenommen", erzählt die Pfarrerin. Damit die Gottesdienstbesucher sicheren Tritt finden, wurde extra ein Betonprovisorium geschaffen.

Unabhängig von diesen baulichen Widrigkeiten ist das Programm für den Gottesdienst, der von 9.30 Uhr bis 10.15 Uhr dauern wird, akribisch geplant. Das Thema "Reformation und Toleranz" wird aufgegriffen. Pfarrer Bernhard Schmidt, zugleich Superintendent des Kirchenkreises Falkensee, wird die Predigt halten. Gemeinsam mit Pfarrerin Scheepers leitet er den Gottesdienst. Für die Musik sorgen ein Gospelchor, der Trompeter Martin Wilhelm und der Tenor Volker Paulsen unter Leitung von Kantor Stephan Hebold. Für die Mitglieder des Kirchenkreises und der Kirchengemeinde Zeestow ist der 16. Juni ein Grund zur Freude: Daher wird unter anderem auch Zeestows Ortsvorsteherin Marianne Schulze sprechen.

Das alles können Gläubige und Neugierige aus dem Havelland entweder direkt vor dem Bildschirm oder beim Public Viewing auf dem Pfarrhof im benachbarten Wustermark mitbekommen. Da es in der halb sanierten Kirche eng ist, können dort am 16. Juni dem Tag der Autobahnkirchen ausschließlich geladene Gäste den Gottesdienst verfolgen.

Dabei sein wird die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger Leißner, die das Projekt Autobahnkirche Zeestow von Anfang an unterstützte und sich für Bundesfördermittel einsetzte. In dieser Woche nun wurde klar, dass der Bund sich über ein Sonderprogramm mit weiteren 30 000 Euro für den Innenausbau in Zeestow engagieren wird, teilte sie mit.

Die Chancen, dass die Hüllensanierung 2014 für insgesamt rund 900 000 Euro abgeschlossen werden kann, stehen laut Pfarrer Schmidt gut. Über Gestühl, Kanzel, Außenanlagen und künstlerischen Schmuck für die Autobahnkirche am westlichen Berliner Ring macht man sich derzeit noch Gedanken. Gute Kunst sei wichtig, findet Pfarrerin Scheepers, damit die Menschen die Kirche aufsuchen und verweilen. (Von Anke Fiebranz)

ZEIT UND GELD

  • Der evangelische Gottesdienst aus der Autobahnkirche Zeestow wird am 16. Juni von 9.30 Uhr bis 10.15 Uhr im ZDF übertragen.

  • Der Kirchenkreis Falkensee hat sich die Sanierung der Kirche für rund 900.000 Euro auf die Fahne geschrieben. Bisher sind folgende Gelder geflossen: 435.000 Euro (ILE/EU-Programm), 120.000 Euro (Landeskirche), 65.000 (Staatskirchenvertrag/Land Brandenburg), 58.000 (Bund), 10.000 Euro (Stiftung Kirchenbaudenkmale), Rest: Kirchenkreis Falkensee/Kirchengemeinde Zeestow. Die Sparkasse sponserte die Turmuhr.

  • Märkische Allgemeine vom 08. Juni 2013

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