So schön wie nie

Dach und Fassade der Selbelanger Dorfkirche sind jetzt komplett saniert / Morgen findet Dankgottesdienst statt

SELBELANG - So schön hat die Selbelanger Dorfkirche schon lange nicht mehr ausgesehen. Nachdem Anfang der Woche die Gerüste am Turm gefallen sind, präsentiert sich das Gotteshaus in seiner ganzen Pracht. Fassade und Dach sind wieder wie neu. Mit einem Dankgottesdienst wollen der Förderverein zur Sanierung der Dorfkirche und die Kirchengemeinde den Abschluss der Hüllensanierung am morgigen Sonnabend mit Dorfbewohnern und Fördermittelgebern feiern.

Dabei sah es anfangs gar nicht danach aus, dass es gelingen würde, die Kirche schon so schnell zu sanieren. "Als wir hörten, dass es 250 000 Euro kosten soll, waren wir erst einmal mächtig erschrocken", erinnert sich Erich Wallbaum, Vorsitzender des 2005 gegründeten Fördervereins. "Ich war skeptisch, ob wir das Geld überhaupt zusammenbekommen."

Doch die Selbelanger ließen sich nicht entmutigen, denn sie wussten, wie schlecht es um ihre Kirche steht. So gab es beispielsweise große Risse in der Apsis. Zahlreiche Deckenbalken und Sparrenfüße waren regelrecht verfault. Es musste dringend etwas getan werden. So sammelte der Verein fleißig Spenden, fragte bei der Kreis- und Landeskirche an und fand auch bei Denkmalstiftungen ein offenes Ohr für sein Projekt.

Als die entsprechende Summe zusammengekommen war, konnte der erste von drei Bauabschnitten im Jahre 2009 in Angriff genommen werden. Dachstuhl, Mauerwerk und Fundament von Chor und Apsis wurden saniert. Und man musste auch nicht lange warten, um die Arbeiten fortsetzen zu können. In den Jahren 2010 und 2011 kam das Kirchenschiff an die Reihe. Auch dort haben die Handwerker Risse im Mauerwerk beseitigt. Auf der Südseite kam eine Drainage in den Boden, die das Regenwasser vom Fundament fern halten soll. Außerdem wurde die alte Lehmdecke mit langem Roggenstroh aus Polen erneuert. Zudem erhielt das Dach abschnittsweise neue Ziegel. Die alten seien leider nicht verwendbar gewesen, sagt Wallbaum.

Er ist froh, dass es zeitnah mit der Turmsanierung weitergehen konnte, obwohl die Finanzierung dafür erst auf tönernen Füßen stand. 2012 fiel dann aber doch der Startschuss. Das Schieferdach wurde neu gedeckt und das Innenfachwerk erneuert. Zahlreiche kaputte Steine im Mauerwerk wurden durch extra neu angefertigte Ziegel ersetzt.

"Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, die Kirche soweit wieder herzustellen, dass ihr Bestand für die Zukunft gesichert ist", sagt Erich Wallbaum. Doch fertig ist das Projekt Dorfkirche noch lange nicht. Das weiß auch Wallbaum. So muss der Innenraum renoviert und der Holzwurm bekämpft werden. Schön wäre es für ihn auch, wenn die 1804 gebaute Orgel wieder mit ihren Klängen die Kirche erfüllt. Doch das würde viel Geld kosten, von 100 000 Euro war mal die Rede. Und auch die hohen Fenster mit ihren Farbelementen müssen saniert werden. "Vielleicht findet sich ja jemand, der die Fenster sponsert", hofft Erich Wallbaum. (Von Andreas Kaatz)

Märkische Allgemeine vom 24. Mai 2013

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