Ende einer Zitterpartie

In der Kirche zu Buckau ist am Pfingstmontag die restaurierte Orgel im Gottesdienst geweiht worden

BUCKAU - Es war eine lange Zitterpartie, um der historischen Orgel in der Dorfkirche zu Buckau neue Töne entlocken zu können. Neun Jahre vergingen, bis das restaurierte Instrument am Pfingstmontag in einem Gottesdienst wieder feierlich geweiht werden konnte.

"Der neue Orgelmotor ist kaum zu hören, er bläst gerade mal wie ein Wind Luft in die Orgelpfeifen", sagte Ute Mertens. Langsam füllen sie sich mit Luft, die kleinen wie die großen. Der Organist greift in die Tasten und verwandelt Luft in Töne. "Nach diesem langen Winterschlaf ist nun dieses kleine Wunder geschehen, dass mit der Buckauer Orgel Luft in Musik verwandelt wird", so die Superintendentin aus Burg in ihrer Predigt zur Weihe des Instrumentes. Tanja Zingel ließ das Präludium in C- Dur von Johann Sebastian Bach durch die Orgel ertönen. Damit war für die vielen Beteiligten, die sich der Rettung der Orgel und des Gotteshauses allgemein verschrieben haben, ein Teilziel erreicht.

Pfarrer i. R. Volkert Alpermann regte die Diskussion um die Restaurierung bereits im Jahr 2003 an. Ute und Thomas Gandow führten diesen Prozess weiter. Sie sammelten Geld und betreuten das Gotteshaus. Es mussten in den vielen Jahren viele Hürden überwunden werden. "Man hat uns hier viele Felsbrocken in den Weg gelegt", erinnerte die Superintendentin. "Aber durch die Beharrlichkeit vieler konnte die Restaurierung durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen werden", sagte Ute Mertens am Pfingstmontag.

Die Gemeinde Buckau, der Heimatverein Buckau und der Dorfkirchenverein unterstützten das Projekt und trugen viele Spenden zusammen. Die Landeskirche gab Geld zur Restauration des Gotteshauses dazu.

Die Orgelbaufirma Reinhard Hüfken aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt hat nach Einschätzung aller Beteiligten gute Arbeit geleistet. Die Mitarbeiter Christian Hellbach, Matthias Godderidge, Daniel Gatzsche, Tobias Baecke und Steffen Petter waren in den zurückliegenden zwei Monaten oft Tag und Nacht an der Restaurierung der einst von Karl Böttcher erbauten Orgel beschäftigt.

Der Magdeburger Orgelbauer Böttcher hatte das Instrument von 1864 bis 1865 in die heute mehr als 800 Jahre alte Buckauer Kirche eingebaut. "Bei dieser Orgel ist noch sehr viel im Original erhalten", erzählt Matthias Godde-ridge. "Doch der Motor war ausgeschlagen, das Pfeifenprospekt war zu erneuern", berichtete der Orgelbauer. Kurz vor Abschluss der Sanierung ging der Gebläsemotor kaputt. Der Termin der Weihung war in Gefahr. Doch konnte schnell Ersatz beschafft werden. Für die Intonation, also das Herstellen des Klanges, war Intonateur Daniel Gatzsche verantwortlich. "Die beste Pflege für die Orgel ist, wenn man auf ihr spielt", erklärte Projektleiter Christian Hellbach den Besuchern in der Kirche. Sie nutzten die Gelegenheit und betrachteten sich das Musikinstrument genau. Zudem war es möglich, selbst darauf zu spielen.

Was die sanierte Orgel musikalisch kann, demonstrierte sodann der Organist Peter-Michael Seifried aus Berlin im anschließenden festlichen Konzert. Unter der Überschrift "Eine Königin erwacht" erklärte er dem zahlreichen Publikum sehr anschaulich, welche Klangfarben diese hat. Das Gotteshaus füllte sich musikalisch mit Werken von Mendelsohn, Boellmann und Bach. "Es wurde meisterlich an der Orgel gearbeitet und es war eine Freude an ihr zu spielen", lobte der Organist aus der Kantorei Marienfelde-Berlin. (Von Silvia Zimmermann)

Märkische Allgemeine vom 22. Mai 2013

   Zur Artikelübersicht