900 Geburtstags-Euro fürs Pfarrhaus

Jubilarin Margot Messerschmidt überreicht vor ihrem einstigen Zuhause - das sanierungsbedürftige Pfarrhaus - die stattliche Geburtstagsspende an Pfarrerin Christiane Klußmann und den Fördervereinsvorsitzenden Joachim Häcker.
© MZV

Jeserig (MZV) (tms) 1812 wurde das Pfarrhaus an der Jeseriger Kirche von einem Herrn Krüger aus Brandenburg geplant und alsbald vom Maurermeister Meier aus Golzow und dem Zimmermeister Strohbach aus Lehnin gebaut. Somit steht es bald 200 Jahre - und seit drei Jahren leer. Das "Beispiel eines dörflichen Pfarrhauses Anfang des 19. Jahrhunderts", wie es offiziell heißt, ist unbewohnbar. Ein Sanierungsfall, der rund 375.000 Euro schwer wiegt. Einige Gemeindemitglieder haben sich davon nicht schrecken lassen, vor einem Jahr einen Förderverein gegründet - und nun von einer einstigen Bewohnerin Hilfe und Ideenanreiz erfahren. Margot Messerschmidt, die im Pfarrsprengel 65 Jahre lang die Orgeln spielte und deren Mann 1936 Jeserigs Pfarrer wurde, bewohnte das Pfarrhaus von 1936 bis 1948, gebar dort ihre drei Kinder.

Zu ihrem 100. Geburtstag am 30. April 2013 wünschte sich Margot Messerschmidt, das auf Geschenke verzichtet, stattdessen für die Pfarrhaus-Sanierung gespendet wird. Stattliche 900 Euro brachten die Gäste zusammen. "Allen Spendern und Gratulanten danke ich ganz herzlich", betont die Jubilarin und überreichte vor dem Pfarrhaus den stolzen Betrag Pfarrerin Christiane Klußmann und dem Fördervereinsvorsitzenden Joachim Häckel. Der staunte und bedankte sich ob der Idee und des Erfolges. Und er verriet, dass beizeiten ein Raum des Hauses nutzbar gemacht werden soll, um wieder Leben ins alte Ziegelgemäuer zu bringen. Und um die Idee der Sanierung besser verbreiten zu können. Kommt das Geld zusammen, würde mit dem Dach und Dachstuhl begonnen, wobei statt Betonziegeln eine Biberschwanzeindeckung favorisiert wird. Schließlich solle der historische Entwurf Berücksichtigung finden. Indes die Raumaufteilung würde verändert, um Platz für Pfarrerwohnung, Gemeinderaum, Pfarrbüro und Archiv zu bekommen.

Wer das Vorhaben mit Spenden unterstützen möchte, "füttert" das Konto des Fördervereins: MBS in Potsdam, BLZ 16050000, Ktnr. 1000977656.

Märkische Oderzeitung vom 11. Mai 2013

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