Kino und ein Sternenzelt

Kultur soll mehr Leben in die Kirche von Krangen bringen / Förderverein bereitet Sanierung vor

KRANGEN - Ordentliche Kirchenbänke. Wenn es die endlich geben würde, wäre Thomas Graap wirklich froh. "Dieses Sammelsurium an Stühlen" in der kleinen Kirche von Krangen stört den Vorsitzenden des Fördervereins gewaltig. Seit 2012 steht Graap an der Spitze des Vereins. Mit ihm ist wieder neuer Mut bei den Krangenern eingezogen. Dass sie keine Fördermittel für die Sanierung der Kirche bekommen werden, haben sie inzwischen weggesteckt. Jetzt geht es eben ohne weiter. In möglichst großen Schritten.

Ein paar Kirchenbänke aus der alten Kapelle der Ruppiner Kliniken stehen schon in Krangen. Aber die reichen nicht aus, um allen erwarteten Besuchern Platz zu bieten. Der Verein will zusammen mit dem Gemeindekirchenrat schnell Leben in die Schinkelkirche bringen. Die Kirche soll kein Kulturhaus werden, das ist allen wichtig. Sie bleibt Kirche aber eben auch Treffpunkt für alle mögliche Veranstaltungen im Dorf.

Morgen startet die Kultursaison: Um 19 Uhr steht satirisches Theater mit dem Frauenkabarett "Unverblümt" auf dem Programm. Allein im Mai sind drei Veranstaltungen geplant. "Das einen Kultursommer zu nennen wäre vielleicht übertrieben", räumt Thomas Graap ein. Aber es tut sich etwas in Krangen. Für den 17. Mai ist ein Kinderchorkonzert mit der Juniorkantorei der Evangelische Schule aus Neuruppin geplant, am 26. Mai spielen Nachwuchspianisten in Krangen vor.

Für den Sommer plant der Förderverein außerdem eine Kinoreihe in der Kirche. Aktuelle Kassenschlager werden nicht zu sehen sein. Die Filme sollen thematisch zusammenpassen. Welches Thema es wird, ist noch nicht klar.

Bei all dem geht es Thomas Graap auch ein bisschen darum, das Feuer der Euphorie bei allen Mitstreitern in Gang zu halten. Nachdem die Arbeit des Fördervereins in den vergangenen Jahren fast eingeschlafen war, hat er etliche neue Mitglieder dazugewonnen. 40 sind es insgesamt. Alle wollen mit anpacken. Etwa wenn in diesem Jahr endlich die lange geplanten Toiletten eingebaut werden. Bisher mussten Besucher im Fall der Fälle immer ins hundert Meter entfernte Gemeindehaus laufen. Das war alles andere als ideal vor allem, da die Gemeinde ihre Kirche künftig auch für private Feiern und Feste vermieten will. Fest geplant ist auch die Sanierung des Gemeinderaumes, der schon vor Jahren entstanden ist, als der Altar ein paar Meter weiter ins Kirchenschiff gerückt wurde.

Unklar ist noch, wie der einstige Sternenhimmel wieder erstehen kann. Der war vor einigen Jahren bei der Sanierung der Decke verschwunden, nur einzelne Sterne gibt es noch, quasi als Vorlage für den neuen Himmel. Die Krangener hoffen, den neuen Himmel finanzieren zu können, indem sie die einzelnen Sterne an Sponsoren verkaufen. Wie viele Sechszacke benötigt werden und woher so viele Spender kommen sollen, weiß noch niemand.

Sicher ist immerhin, dass die Kirche eine Heizung bekommt. Eine, die zum Denkmalcharakter des Gebäudes passt, versichert Thomas Graap. Bis zum Ende des Jahres soll die fertig sein. Am Silvesterabend wird es erst ein Konzert geben und dann eine große Party ins neue Jahr. Der Termin steht.

Seit der vergangenen Woche gibt es für die Kirche unter www.schinkelkirche-krangen.de einen eigenen Internetauftritt. (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 30. April 2013

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