Glocken von Schäpe wieder schön

Ab 4. Juli sollen sie vor der Kirche stehen / Keine Hilfe von Reemtsma-Stiftung

SCHÄPE - Das Großprojekt "Sanierung Schinkelkirche" in dem Beelitzer Ortsteil Schäpe wird trotz aufgekündigter Fördergelder für den 2. Bauabschnitt die Dachsanierung (MAZ berichtete) fortgesetzt. Einen Schritt weiter ist der Förderverein nun gekommen und kann die restaurierten Glocken präsentieren.

Sie sind quasi ganz frisch aufgearbeitet aus dem Beelitzer Metallbaubetrieb Wegener gekommen, wie Fördervereinschef Hartwig Remy der MAZ am Dienstagabend sagte. Momentan sind sie auf dem Jakobs-Hof in Schäpe zu sehen. Sie bringen zwei und vier Zentner auf die Waage und waren 1828 in der Erzgießerei Berlin hergestellt worden. Das Besondere: Die Glocken hatte jemand nach dem letzten Weltkrieg kopfüber als Blumenkübel vor dem Kircheingang platziert. Erst der Verein hatte sie wiederentdeckt.

Der kleine Briefkasten für Spenden steht gleich zwischen den schweren Gussteilen auf dem Spargelhof, denn Geld wird immer gebraucht. Für die geplante Dachsanierung in diesem Jahr fehlen laut Remy noch rund 30 000 Euro. Seine Anfrage bei der renommierten Reemtsma-Stiftung habe leider eine "freundliche Absage" gebracht. Die private und gemeinnützige Stiftung fördert kulturelle und soziale Projekte im nördlichen Deutschland und unterstützt Institutionen und Initiativen, die öffentliche Baudenkmale und Kulturgüter erhalten. Die Wiederherstellung des Pomonatempels des vergessenen Erstlingswerks Karl Friedrich Schinkels von 1801 im Jahr 1992 war zum Beispiel der Beginn eines umfangreichen Engagements am Pfingstberg in Potsdam. "Leider hilft die Stiftung uns nicht", bedauert Remy, der weiter auf der Suche nach einem Mäzen ist.

Wie er ankündigte, werde nun der provisorische Turm, der sogenannte Glockenschauer, von einer Zimmerei nachgebaut. Denn die Glocken sollen in dem Gestell am 4. Juli vor der Kirche ihren Platz bekommen, an dem Tag, an dem vor 150 Jahren der Grundstein für den Turm neben der Kirche gelegt worden war.

Auch Bürgermeister Bernhard Knuth würde als Stadt gern die Kirchensanierung unterstützen, wenn das Gotteshaus neben der sakralen auch eine kommunale Nutzung zulässt. Ein Konzept aber gibt es noch nicht; vorstellbar ist einiges vom Ausstellungs- und Veranstaltungshaus über Hochzeitskirche bis zum Bandprobenraum. (Von Claudia Krause)

Märkische Allgemeine vom 25. April 2013

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