Kirchturmsanierung in Gubin fast vollendet

Übergabe am 31. Mai geplant / Zentrum für Kultur soll künftig entstehen

Guben/Gubin Die Sanierungsarbeiten am Turm der im Krieg zerstörten Kirche in der Europastadt Gubin (Polen) sind fast fertig. "Am 31. Mai soll der sanierte Turm der historischen Gubener Stadt- und Hauptkirche für Besucher übergeben werden", sagte Günter Quiel, Vorstand des Gubener Fördervereins zum Wiederaufbau der Kirche. "Der 60 Meter hohe Turm im polnischen Gubin dient dann als Aussichtspunkt für Touristen." Im Inneren seien eine Stahltreppe eingebaut und Räume eingerichtet worden. Dort sollen zum Beispiel Ausstellungen über die Entwicklung der europäischen Doppelstadt an der Neiße gezeigt werden.

Die von Trümmern geräumte Bauruine, die aus dem Turm und den Seitenwänden ohne Dach besteht, werde aber nicht als Kirche wiederaufgebaut. "Die polnischen und deutschen Partner wollen dort ein Zentrum für Kultur und Kommunikation einrichten", erläuterte Qiel. "Dieser Ort ist wie kein anderer geeignet, die ganzheitliche Entwicklung der Doppelstadt Guben-Gubin im neuen Europa aufzuzeigen."

Für das Projekt werde ein internationaler Architekturwettbewerb vorbereitet. "Wir warten jetzt auf das Signal aus Warschau, ob das Geld für den Wettbewerb freigegeben wird." Dann könne die Ausschreibung beginnen. "Von dem Siegerbeitrag hängt die Form des Begegnungszentrums ab und ob das offene Kirchenschiff wieder mit einem Dach abgedeckt wird", sagte Quiel.

"Denkbar wäre, dass in einem überdachten Kirchenschiff das Kulturhaus von Gubin eingerichtet wird, mit einem Saal und 500 Sitzplätzen." Dort könnte auch ein Archiv oder eine Bibliothek entstehen, um dem wissenschaftlichen Anspruch des Zentrums gerecht zu werden. Der Siegerbeitrag müsse den Anforderungen an ökumenische und kommunale Veranstaltungen erfüllen. "Erst danach wird über das Nutzungskonzept entschieden."

dpa/uf

Lausitzer Rundschau vom 23. April 2013

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