Arbeiten in Etappen

Außensanierung der Wutiker Kirche hat in dieser Woche begonnen / Gotteshaus vorerst nicht nutzbar

WUTIKE - Die lang ersehnte Außensanierung der Wutiker Kirche hat in dieser Woche begonnen. Am Feldsteinteil und Turm, die aus dem 14. Jahrhundert stammen, und dem 1625 angebauten Fachwerkteil nagt schon länger der Zahn der Zeit.

Vor der jüngsten Versammlung des Vereins "Kirche in Wutike", der sich die Sanierung des Gotteshauses als Ziel gestellt hat, sah sich der Vorstand mit der Vorsitzenden Helga Scheibner, dem Vize Jörg Kunkel, Patrizia Müller-Döling sowie dem Vereinsbaubeauftragten Burkhard Müller noch einmal die Kirche von außen an.

Architekt Michael Holzrichter berichtete nach der Versammlung gegenüber MAZ über die Sanierungsetappen und -schritte. Demnach wurde das Gerüst am Montag aufgebaut. Tags darauf war Bauberatung mit den beteiligten Firmen. Holzrichter und Burkhard Müller waren dabei. Im Einsatz sind unter anderem die Zimmerei Arndt aus Wittenberge (Fachwerk-sanierung), die Baufirma Nickel & Seeger aus Legde (Maurerarbeiten) sowie die Tischlerei Kintzelt aus Demerthin (Fenster/Türen).

Laut Holzrichter findet in der ersten Etappe die Fachwerksanierung statt. Sie beginnt mit der Demontage. "Dann werden die Schäden sichtbar und erst dann kann begonnen werden mit der richtigen Beurteilung der Kosten", so Holzrichter. Diese Beurteilung bezieht sich auch auf die Kosten der Kirchensanierung nach einer statischen Untersuchung. Der in der Vergangenheit stark mit Efeu bewachsene Turm ließ das bisher nicht zu, weist aber Teilschäden auf, ebenso wie der Glockenstuhl. Wegen dessen Schäden konnten in jüngster Vergangenheit die Stahlgussglocken nicht mehr geläutet werden. Dank einer Vereinsinitiative gibt es seitdem ein elektronisches Geläut.

Notwendig sind auch jede Menge Maurerarbeiten am Fachwerkteil, an der Feldsteinfassade und am Turm. Alle Etappen sollen in etwa in zwei Jahren abgearbeitet sein. So lange ist die Kirche nicht nutzbar. Da man mit dem Baubeginn schon 2012 gerechnet hatte, einigten sich die Vereinsmitglieder bereits beim Programm im Vorjahr auf Veranstaltungsorte außerhalb der Kirche. Es gab zwar keinen "Musiksommer" mehr wie 2011, aber laut des jüngsten Tätigkeitsberichtes für 2012 zahlreiche andere Aktivitäten. Neben mehreren Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen wurde getöpfert mit Ausstellungen und anschließender Kaffeetafel bei Beate Kobald in Berlin, die ihren Zweitwohnsitz in Wutike hat. Im Juni gab es einen Einsatz, bei dem der Putz an der Kirche abgeschlagen wurde, und mehrere Public-Viewings (Fußball) in der Kirche und im Pfarrgarten mit Grillgut und Getränken. Im Juli fand doch noch ein Chorkonzert in der Kirche mit anschließender Party im Pfarrgarten statt. Und weil die Kirchengemeinde ab November keinen Pfarrer hatte, entschied sich der Verein, den Weihnachtsgottesdienst 2012 selbst zu organisieren. Zehn Proben für Chor, Lesung und Krippenspiel gab es im November und Dezember. Die Mühe wurde mit viel Lob von den Zuschauern belohnt.

Obwohl die Kirche zu ist, gibt es Vorschläge für Veranstaltungen in diesem Jahr. Als sicher gilt ein Chorkonzert am 13. Juli auf der Bühne im Pfarrgarten. Im Juni soll es ein Flötenkonzert geben, im September einen Auftritt einer Saxophonspielerin und im Herbst eine Gedichtlesung. Eine weitere Töpferausstellung ist vorgesehen bei Beate Kobald. (Von Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 20. April 2013

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