Zum Schluss noch etwas Glanz

Die Sanierung der Klosterkirche ist beendet

NEURUPPIN - Das Kupfer glänzt regelrecht, auch ohne Frühlingssonne. Dass hier etwas neu ist, kann niemand übersehen. Ein paar Biberschwänze müssen die beiden Dachdecker Mike Dörre und Mathias Melzer aus Lindow noch einsetzen, die Anschlüsse zwischen den alten Mauern und dem neuen Dach abdichten, dann ist alles geschafft. Mit den Arbeiten auf der Seeseite der Neuruppiner Klosterkirche ist die aufwändige Sanierung des gut 760 Jahre alten Gemäuers nach rund anderthalb Jahren erst einmal beendet.

Mehr als eine Million Euro hat die evangelische Kirchengemeinde seit 2012 in das Neuruppiner Wahrzeichen gesteckt. Nur mit Unterstützung der Stadt, des Landes und vieler Spender war das überhaupt möglich. Nicht alles, was die Gemeinde sich bei der Planung vor zwei Jahren vorgenommen hatte, konnte tatsächlich saniert werden. Dafür reichte das Geld dann doch nicht. "Aber jetzt sind wir erst einmal am Ende", sagt Pfarrerin Ilona Kretzschmar.

Die Dächer der beiden Kirchtürme wurden erneuert und endlich wieder abgedichtet, Schallluken, Fenster, Zifferblätter und Zeiger der Turmuhr saniert. Außerdem konnten Schäden am Dach des Kirchenschiffes repariert und Risse im Mauerwerk beseitigt werden; der Chor hat zudem Mauerwerksanker bekommen die verhindern sollen, dass die fast 800 Jahre alten Wände weiter auseinanderdriften.

Ganz am Ende haben die Dachdecker jetzt noch die Ziegelabdeckungen in den Mauernischen auf der Seeseite der Kirche erneuert. Was genau die schmalen Ziegeldächer eigentlich schützen, kann in der Kirchengemeinde niemand sagen. Zwischen den Strebepfeilern, die das Mauerwerk von außen stützen wurden einige Nischen mit kleinen Anbauten ergänzt. Ilona Kretzschmar könnte sich vorstellen, dass in diesen ausgemauerten Nischen die Gebeine der einstigen Grablege aus dem Inneren der Kirche ihre letzte Ruhe gefunden haben. Dass es eine solche Grablege früher gab, ist bekannt. Dass sie heute nicht mehr existiert ebenso. Wahrscheinlich wurden die Gräber entfernt, als die beschädigte Kirche im 19. Jahrhundert umgestaltet wurde. Ob die Nischen aber wirklich Gebeine enthalten, weiß niemand genau. Auch die Dachdecker können es nicht sagen. Sie haben zwar in den vergangenen Tagen die Biberschwänze samt Kupfereinfassung erneuert; einen Blick ins Innere der Anbauten konnten aber auch sie nicht erhaschen. Ilona Kretzschmar findet das nicht schlimm: "Es schadet ja nicht, wenn noch ein paar Geheimnisse bleiben." (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 28. März 2013

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