Forster können Ostern in der Stadtkirche feiern

Umbauarbeiten am Altar in St. Nikolai laufen auf Hochtouren / Zur Pfingstmesse soll alles fertig sein

FORST Die Forster Stadtkirche erinnert derzeit eher an eine Baustelle als an ein Gotteshaus. In der einen Ecke werden Särge in die Gruft gelassen, an anderer Stelle der Altar komplett erneuert. Schon Ostern soll hier aber wieder Gottesdienst gefeiert werden, spätestens zur Pfingstmesse soll die Kirche in neuem Glanz erstrahlen.

Noch steht Pfarrer Christoph Lange in einer Baustelle und muss mit einem Bild zeigen, auf was sich Kirchbesucher bald freuen können.
Foto: bob

Pfarrer Christoph Lange ist die Begeisterung anzusehen, wenn er über den Umbau der Forster Stadtkirche St. Nikolai erzählt. Zwar steht er dabei derzeit noch auf einer unfertigen Altarinsel zwischen Eimern, Besen und Leitern und blickt auf Bankreihen, die mit Malerfolie überdeckt sind. Doch aus seinen Worten wird schnell deutlich, was hier entstehen soll. "Dass ein Altarraum nicht nur renoviert sondern völlig neu gestaltet wird, ist etwas sehr Seltenes. Ich freue mich schon darauf und hoffe, dass sich die Besucher auf die Gestaltung einlassen werden", sagt Lange und zeigt, was alles schon vorbereitet ist: Die neue Altarinsel in Kreuzform wird größer, der Altar rückt näher zu den Bänken der Kirchbesucher. Im hinteren Teil der Altarinsel ist bereits eine Vertiefung eingelassen. Dort soll nach den Vorstellungen des Künstlers Helge Warme ein Leintuch hineingelegt werden, dass das leere Grab des auferstandenen Jesus Christ symbolisiert.

Darüber wird ein Kreuz stehen und ein Tuch, das dem Vorhang im alten Tempel von Jerusalem nachempfunden ist, inklusive der Akazien, wie sie im Alten Testament beschrieben sind. In der Bibel heißt es, dass der Vorhang im Tempel entzweiriss, als Jesus am Kreuz starb. "Für uns Christen ist das ein wichtiges Symbol: Gott ist nicht mehr verborgen, er ist sichtbar am Kreuz", erklärt Lange die Bedeutung.

Auch die neu gestaltete Kirche soll nicht verborgen bleiben. Gold glänzend soll der Querbalken des Kreuzes künftig bis zur Kirchentür glitzern und so Besucher neugierig machen, die Kirche am Marktplatz zu betreten und die neue Gestaltung kennenzulernen.

Arbeitseinsatz der Gemeinde

Fertig sein soll das alles zum Pfingstfest im Mai. Bereits am Ostersonntag soll aber wieder in der Kirche Gottesdienst gefeiert werden. Der Altar soll dann vor die noch unfertige Altarinsel rücken.

Arbeitseinsätze am morgigen Gründonnerstag und am Ostersamstag, jeweils von 9 bis 12 Uhr, sollen die Baustellenspuren beseitigen und die Kirche für den Gottesdienst vorbereiten. Eine Woche später wird die Kirche dann wieder Anziehungspunkt für den überregional bekannten Bikergottesdienst sein, den Lange zweimal im Jahr feiert.

Särge rutschen in die Brühlgruft

Bis zum Ostersonntag soll auch die zweite große Baustelle in der Kirche ordentlich aufgeräumt sein. Zwar wird die Glasfront, die künftig Besuchern den Einblick in die restaurierte Brühlgruft unter der Bonhoeffer-Kapelle liefern soll, erst in den kommenden Monaten in der Schweiz fertiggestellt. In der Gruft selbst ist das Meiste aber schon erledigt. Neue Fußböden wurden eingebaut, die erst vor Kurzem wiederentdeckte Zugangstreppe restauriert, neue Beleuchtung installiert. In den kommenden Tagen folgt die neue Klima- und Belüftungstechnik. Dann werden die Särge über eine Rampe wieder in die Gruft hinabgelassen.

Drei Särge sollen künftig in der Gruft präsentiert werden. Neben Graf Heinrich von Brühl soll Ferdinand von Bieberstein mit einer seiner Frauen gezeigt werden, eventuell auch noch ein weiterer gut erhaltener Sarg. Die anderen werden im vormals zuerst zugänglichen zweiten Raum der Gruft lagern. Für die Besucher, die hinter einer Glaswand am Fuß der neuen Treppe stehen werden, wird dieser Raum nicht einzusehen sein.

Der Sarg des Grafen Brühl soll am 4. November feierlich an seinen neuen Platz kommen exakt 250 Jahre nach der Beisetzung des Grafen in der Stadtkirche. Mit der Gruft und der neuen Altarinsel hofft die Gemeinde auf viele Besucher.

Bodo Baumert

Lausitzer Rundschau vom 27. März 2013

   Zur Artikelübersicht