Die Fenster sind der erste Streich

Festgottesdienst mit Landesbischof zum Auftakt für 700 Jahre Rohrbeck

Pfarrer Uwe Heinhold predigt künftig in neuer Kirchenkulisse vor den schlichten Fenstern.
Foto: Annett Lahn

ROHRBECK - Sie sind hell und freundlich. Gestern ließen die drei neuen Altarfenster der Rohrbecker Kirche sogar das herrliche Sonnenlicht durch, das den Auftakt des Jubiläumsjahres des Ortes noch feierlicher wirken ließ. Zum Festgottesdienst begrüßte Pfarrer Uwe Heinhold den Bischof der Landeskirche Markus Dröge, der die Predigt hielt und die Fenster einweihte.

Entworfen hat sie die Berliner Künstlerin Ruth Baumann. Mit wenigen, aber prägnanten Worten stellte sie ihr schlicht wirkendes Werk im bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus vor.

Die offenen Flächen der Fenster reagieren auf jede Art von Licht. Es liege an den Gläubigen, dies bei möglichst vielen Kirchenbesuchen heraus zu finden. Von den Bänken aus blickt der Besucher auf die Scheiben mit aufgebrachten Streifen, die ihre Milchigkeit durch ein Sandstrahlverfahren und Ätzung erhielten. Es ergibt sich ein Wechsel aus durchsichtigen und matten Linien, die von gelben Linien durchbrochen werden.

"Die Handarbeit kann in seinen einzelnen Schritten genau beobachtet werden", sagte Baumann. Eine Besucherin meinte erkennen zu können, dass die Linien Fische bilden. Ein anderer implizierte die Aspekte des Fließens und der Taufe. Ein Herr meinte: "Jede Kirche braucht neben der historischen Bausubstanz auch moderne Elemente."

Landesbischof Markus Dröge sagte: "Es macht Mut, wenn eine Kirche solche Fenster bekommt. Die Linien lassen plastische Bilder entstehen, die von innen nach außen führen wie eine Verbindung von Himmel und Erde." Der Festgottesdienst werde aber nicht nur wegen der neuen Fenster gefeiert, sondern weil es Gemeinde und Kirche seit 700 Jahren gibt. Dieses Jahr 2013 ist für den Ort und die Kirche ein besonderes. 1313 kam es zur ersten urkundlichen Erwähnung. Heute wächst Rohrbeck. "Kommune und Kirchengemeinde ziehen dabei an einem Strang", so das Kirchenoberhaupt.

Für Elisabeth Fleisch vom Förderkreis ist damit ist die Wiederherstellung der Hülle der 700 Jahre alten Dorfkirche abgeschlossen. Nun könne die Innenraumsanierung beginnen.

Die Feiern zum Dorfjubiläum werden übers ganze Jahr verteilt und sind größtenteils in der halbsanierten Kirche geplant. In ihr befindet sich Rohrbecks größter Raum, und sie bildet das Zentrum des kleinen Straßendorfs, das in Dallgow-Döberitz nicht einmal den Status Ortsteil genießt.

Den nächsten Höhepunkt der Feierlichkeiten gibt es am 14. April um 15 Uhr, wenn die Festschrift vorgestellt wird. 5. Mai steht zur gleichen Zeit ein Konzert mit dem Chor Fisching for compliments auf dem Programm. Die Musiker können mit besten Lichtverhältnissen rechnen. Dafür sorgen die neuen Fenster. (Von Annett Lahn)

Märkische Allgemeine vom 25. März 2013

   Zur Artikelübersicht