Erneut auf Betteltour

Döllener müssen für Kirchenrettung wohl noch bis 2015 warten

DÖLLEN - Alle Bemühungen des "Förderkreises der Kirche auf dem Berge zu Döllen" richten sich derzeit auf die Sanierung des Dachstuhles, Dacheindeckungen und Ausbesserungen der Feldsteinfassade dieser wuchtigen Kirche auf der höchsten Stelle des Dorfes. Das wurde kürzlich wieder deutlich, als sich die Vereinsmitglieder zur Jahresversammlung in der Winterkirche des Gotteshauses einfanden.

Seit der Gründung des Förderkreises 2009 wuchs die Mitgliederzahl stetig auf jetzt 32. Die zurückliegenden Jahre waren geprägt von Gutachten, planerischen Leistungen und das Hoffen auf Fördermittelquellen. Zahlreichen Anträgen bei verschiedenen Institutionen war bisher noch kein Erfolg beschieden. Dass das Landesamt für ländliche Entwicklung kurzfristig dem Förderkreis mitteilte, dass für 2013 keine Gelder mehr zur Verfügung stehen, hörte es sich im Jahresbericht 2012 des Vorstandes nach einem derben Rückschlag an.

Jürgen von Freymann, Vorsitzender des Kirchengemeinderates und des Förderkreises, gab weiterhin wieder, dass die ab 2014 neuen gültigen Förderkriterien noch nicht zu übersehen seien. Eine Vertreterin des Landkreises ließ wissen, dass es Förderung in bisherigen Umfängen nicht mehr gibt. Auch von anderen Antragsstellen gebe es keine Zusagen. Alle bisherigen Anträge greifen erst wieder ab 2014.

Die größte Hoffnung gilt nun im Zusammenwirken von Kirchenkreis und Kirchenbauamt dem Staatskirchenvertrag. "Allerdings wird der bisherige Kirchenkreis Prignitz ab 1. Juli doppelt so groß wie bisher. Ob da zwei Kirchenbauprojekte 2014 durchgehen, ist fraglich. Nicht ausgeschlossen, dass wir bis 2015 warten müssen", sagte von Freymann. Auch die Anträge beim Förderkreis "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" wurden zweimal abgelehnt wegen seinerzeit noch zu geringem Eigenkapital: "Mit anderen Worten: Unsere Betteltour beginnt von vorn."

Aber es gibt auch Lichtblicke. Im Förderkreis rechnet man mit 60 000 Euro Eigenkapital, denn neben eigenen 30 000 Euro gibt es von der Stiftung "Preußisches Kulturerbe" eine verbindliche Zusage für weitere 30 000 Euro ab Sanierungsbeginn. Über 6000 Euro Spenden kamen allein aus Döllen. Allen wurde gedankt. Da der Förderkreis bisher nur Geld "sammelt", benötigt er keinen Haushalt, hieß es. Die Mittelverwaltung 2012 durch Schatzmeister André Grün prüften Christiane Raichinger und Friedhelm Meyer. Resultat: "Ohne Beanstandungen."

Der Vorstand samt Schatzmeister wurden einstimmig entlastet. Ebenso einstimmig wurden die Vorstandsmitglieder Jürgen von Freymann, Evelyn Diete und André Grün in ihren Positionen bestätigt sowie die Kassenprüfer Christiane Raichinger und Friedhelm Meyer. (hani)

Märkische Allgemeine vom 23. März 2013

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