Mehr Kirche in der Kirche

Hans Reichert übernimmt Vorsitz im Groß Lübener Förderverein

GROSS LÜBEN - Den 12. Oktober 2012 wird keiner vergessen, der an diesem Ereignis Anteil hatte. Auf den Groß Lübener Kirchturm wurde die lange vermisste Spitze wieder aufgesetzt. Der Förderverein hat damit sein satzungsmäßiges Ziel erreicht, doch er macht weiter.

Auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurde der angekündigte Wechsel im Vorstand vollzogen. Bernhard Behrens, seit der Vereinsgründung Vorsitzender, übergab seine Obliegenheiten an den Lehrer Hans Reichert aus Berlin.

Bernhard Behrens bleibt dem Verein jedoch als Medienbeauftragter und Pressesprecher erhalten. Er und der Förderverein können heute stolz sein auf eine großartige Leistung. Als der Verein im September 2003 gegründet wurde, hatte er auf eine Wiederkehr der Turmspitze nach fünf Jahren gehofft. Fast zehn Jahre sind es geworden.

Die Unterstützung von offizieller Seite hielt sich in Grenzen. Das Landesamt für Denkmalpflege zeigte dem Verein die kalte Schulter. Das sei ja ein kompletter Neubau, hieß es. Ein wenig geärgert habe ihn jedoch, dass die Mitarbeiter hellwach wurden und ihre Forderungen aufmachten, als es mit der Turmspitze ernst wurde. Schließlich wurde eine originalgetreue Spitze aufgesetzt, die originalgetreuer als das Original war etwa bei der Gestaltung der kleinen Filialtürmchen.

Die Kosten hatte der Verein auf 165 000 Euro veranschlagt, schließlich musste eine Summe von 200 000 Euro gestemmt werden. Der Verein brachte erstaunliche 80 000 Euro auf. "Das waren alles private Spender und die Leute vom Verein mit den Erlösen aus ihren Aktionen", erklärt Bernhard Behrens. Noch besteht eine Restschuld von 16 000 Euro, die der Verein nun mit weiteren Aktionen abtragen will. Von außen ist die Kirche ganz in Ordnung, bei der Innenausgestaltung bleibt noch einiges zu tun. Es wird weiter Konzerte und einen Adventsbasar geben. Der Verein beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals am 8. September. Ins Blickfeld soll der "Gedenkstein vom Ich zum Wir" im Dorf rücken. Erinnert an die Zwangskollektivierung und besteht aus alten Grenzsteinen. Und dann befasst sich der Verein mit der 675-Jahr-Feier, die den Groß Lübenern 2014 ins Haus steht. Klar ist, dass es am 5. Juli einen Festumzug geben wird.

Hans Reichert, der neue Vorsitzende, will die etablierten weltlich-kulturellen Beiträge des Vereins weiterführen. Zugleich soll die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde enger werden, es soll mehr "Kirche in der Kirche" geben. Dem neuen Vorstand gehören Katharina Gerike als zweite Vorsitzende und Dieter Heusmann (beide aus Groß Lüben) als Kassenwart an.

Weiter Informationen www.kirche-grosslueben.de (Von Michael Beeskow)

Märkische Allgemeine vom 23. März 2013

   Zur Artikelübersicht