Altersschwaches Kirchlein

Lichterfelder Förderverein hofft bei der Sanierung auf Hilfe der Bauhütte und plant Benefizkonzerte

Die so romantisch wirkende Lichterfelder Kirche weist viele Bauschäden auf.
Foto: Kathrin Burghardt

LICHTERFELDE - Die kleine Feldsteinkirche am Dorfeingang in Lichterfelde stand schon, als die Pest im Mittelalter übers Land ging. Sie stand, als im Fläming der Dreißigjährige Krieg tobte oder die Truppen Napoleons später die Dörfer der Umgebung plünderten. Nun ist das Kirchlein aus dem 13. Jahrhundert altersschwach geworden und braucht dringend neues Fachwerkgebälk, ein neues Dach, einen neuen Glockenturm und vieles mehr.

Der Förderverein für die Sanierung der Lichterfelder Kirche hat sich dieses Mammutprojekt geschätzt sind mehr als 200 000 Euro nötig vorgenommen. Einige Tausend Euro an Spenden wurden bereits gesammelt. Den handwerklichen Auftakt könnte nun das Verfugen von tiefen Mauerrissen machen.

"Es liegt uns ganz aktuell und kurzfristig ein Angebot der sogenannten Jungbauhütte vor, die uns sehr, sehr preiswert das Mauerwerk neu verfugen würden", sagte Gemeindepfarrer Joachim Boekels jüngst bei einer Versammlung des Fördervereins in der alten Schmiede in Lichterfelde. Ob dieser Schritt jedoch der Richtige sei, um die Sanierung der Kirche zu beginnen, zweifelten einige Mitglieder in der Diskussionsrunde an. Sie sahen die Dachsanierung als vordringlich an.

Pfarrer Boekels betonte jedoch mehrfach, das Angebot der Bauhütte sei "nur jetzt so attraktiv preisgünstig und verfügbar, eine Maßnahme, die ohnehin erfolgen muss. Wenn wir jetzt nicht zugreifen und das machen lassen, wird es uns in zehn Jahren vielleicht das Vierfache kosten, es wäre unklug, das auszuschlagen", entgegnete er.

Etwa 20 000 Euro soll das Verfugen des Mauerwerks an allen vier Seiten der Kirche kosten, so seine Schätzung. "Das Verfugen der großen Tiefenrisse ist genauso wichtig, wie eine Dach- oder Giebelsanierung", sagte er. Am Ende der Vereinsversammlung stimmten alle Mitglieder dafür, diese Baumaßnahme als Erstes anzugehen. Noch in dieser Woche soll ein Förderantrag bei der Sparkasse gestellt werden. "Somit könnten wir einen ersten wichtigen Schritt angehen", freute sich Vereinsvorsitzender Frederik van der Kooi, der den Verein 2010 ins Leben gerufen hatte.

Auch ein aktuelles Gutachten zum Kirchengebäude möchte der Verein noch in diesem Jahr in Auftrag geben. Zudem soll es wie im Vorjahr ein großes Benefizkonzert am Ende des Sommers geben, das Geld in die Spendenkasse bringen soll.

Und van der Kooi plant mehr. "Da ich in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern werde, möchte ich ehemalige Kollegen aus dem Festspielchor aus Bayreuth nach Lichterfelde für ein Konzert einladen", verriet der ehemalige Opernsänger, der lange Zeit bei den Wagnerfestspielen mitsang. Einen genauen Termin für das Benefizkonzert gibt es jedoch noch nicht. (Von Kathrin Burghardt)

Märkische Allgemeine vom 14. März 2013

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