Fördergelder für Schäper Kirche passé

Im zweiten Bauabschnitt bloß Dach machbar

POTSDAM / SCHÄPE - Das weithin sichtbare, mit 24-karätigem Blattgold erneuerte Kreuz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schäper Kirche bröckelt. Die Rettung und Sanierung des Schinkelbauwerkes in dem kleinen Beelitzer Ortsteil ist inzwischen zu einer Großaktion geworden, die viele Helfer und Unterstützer gefunden hat. Einer ist jetzt allerdings wieder abgesprungen und nun fehlt das meiste Geld für den zweiten Bauabschnitt, der in diesem Jahr beginnen sollte. Für 2013 waren eigentlich Dach und Fassade des Kirchenschiffes samt Fenstererneuerung vorgesehen. Dafür würden um die 215 000 Euro gebraucht.

Die einst zugesagten Fördergelder in Höhe von 135 000 Euro aus dem Topf für Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) sind aber gestrichen worden. Das sagte gestern Hartwig Remy auf Nachfrage der MAZ. Der Vorsitzende des 2010 gegründeten Fördervereins "Schinkel-Kirche Schäpe" hatte die Hiobsbotschaft Mitte Januar erhalten. Remy ärgert sich zwar darüber, ist aber nicht am Boden zerstört, wie er sagte. "Ich bin eigentlich ganz zufrieden, denn wenigstens das Dach des Kirchenschiffes werden wir dicht kriegen." Rund 35 000 Euro fehlen noch, um die etwa 115 000 Euro teure Dachsanierung bezahlen zu können. "Aber das müssen wir hinbekommen", zeigt sich der 72-jährige gebürtige Berliner kämpferisch. Allein der Förderverein habe jetzt schon wieder 8000 Euro zusammen, so Remy.

Er lebt seit Ende der 1990er Jahre in Schäpe, ist wie seine Frau Eva leidenschaftlicher Western-Reiter. Fünf Pferde stehen auf der heimischen Ranch hinterm Haus. Mit der Kirche hatte der Mann allerdings 40 Jahre lang nichts mehr am Hut. Das hat sich nun geändert. Neben der Rettung des Bauwerkes Schinkel-Kirche, möge der Erhaltungskampf auch die Bewohner und Besucher einander näher bringen, wünscht sich Remy. Immerhin seien heute im Schnitt 20 Leute beim Gottesdienst; früher waren es nur vier alte Damen. Im Januar hatte die Gemeinde erstmals den Gottesdienst im Dorfgemeinschaftshaus abgehalten. "In der Kirche war es wirklich zu kalt", so Remy. Nach wie vor lässt er jedem Schäper Haushalt eine Einladung in den Briefkasten werfen. Der nächste Gottesdienst soll am 17. März um 9. 30 Uhr stattfinden; noch sei unklar, ob in der Kirche oder im Gemeinschaftshaus, sagt Remy.

Wie berichtet, war der erste Bauabschnitt mit der Sanierung der Turmspitze und der Bekrönung am 14. September 2012 abgeschlossen worden. (Von Claudia Krause)

Märkische Allgemeine vom 16. Februar 2013

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