Zweiter Bauabschnitt bei der Sanierung der Boecker Kirche ist geschafft

Wenzlow/Boecke (MZV) Der Heimatverein Boecke hat einen weiteren großen Schritt für den Erhalt der Dorfkirche geschafft. Nachdem die Mitglieder des Vereins im ersten Bauabschnitt bereits Dach des Kirchenschiffs sowie die Reparatur von Turm und Glocke in Angriff genommen hatten, ist nun auch der zweite Bauabschnitt beendet. Dabei hat das aus dem 13. Jahrhundert stammende Gebäude neue bleiverglaste Fenster bekommen und auch die Fugen der Außenwände sind komplett neu. Die neueste Errungenschaft des Heimatvereins ist nun das frisch sanierte Sandsteinportal am Eingang der Kirche.

 
So bald wie möglich möchte Manfred Matthies die beiden Lampen im Inneren der Kirche gegen einen originalgetreuen Kronleuchter austauschen.
Foto: Stefan Specht

Um die Arbeiten stemmen zu können, haben sich die Mitglieder des Vereins und die einige Boecker mächtig ins Zeug gelegt. Jedes Jahr organisieren sie ein großes Sommerfest mit Blasmusik und Kuchenverkauf. Den Erlös packen sie zur Seite, um ihre Kirche vor dem Verfall zu schützen. Doch um die rund 160.000 Euro Gesamtkosten der Kirchensanierung tragen zu können, hätten die Frauen des Vereins wohl bis an ihr Lebensende Kuchen backen müssen. "Der Großteil dieser Summe wurde natürlich gefördert", erklärt Manfred Matthies, Vorsitzender des 2004 gegründeten Heimatvereins. "Wir mussten 15.000 Euro Eigenanteil aufbringen."

Mithilfe der im ganzen Umland bekannten Boecker Sommerfeste und Spender aus der Region wie der Mittelbrandenburgischen Sparkasse gelang das schließlich.

"Die Kirche ist das wichtigste Projekt der Boecker", sagt Sabine Berndt, Geschäftsstellenleiterin bei der MBS in Ziesar. "Hier treffen sie sich nicht nur zu Gottesdiensten, sondern auch zu kulturellen Veranstaltungen." Regelmäßig veranstaltet der Heimatverein in der Kirche Lesungen und Konzerte mit Künstlern der Region, um weiter Geld für den Erhalt des Gebäudes zu sammeln. Denn mit der Fertigstellung des Sandsteinportals sind Manfred Matthies und seine Vereinsmitglieder noch nicht am Ende ihrer Pläne angekommen. So muss der Fußboden dringend ausgebessert werden. Er ist so uneben, dass eine Künstlerin bei einem Konzert stolperte und fiel. "Zum Glück ist ihr nichts Ernsthaftes passiert", sagt Manfred Matthies. "Aber wir wollen nicht warten, bis sich jemand das Knie aufschlägt."

Als Abschluss ihrer Sanierungsarbeiten wünschen sich die Boecker außerdem einen schönen Kronleuchter für ihr Kirchenschiff. Der soll irgendwann die zwei schlichten Lampen ersetzen. "Wir hatten früher schon einen massiven Kronleuchter", berichtet Ortsvorsteher Matthies. Der ist vor einigen Jahrzehnten einfach verschwunden und hängt jetzt sicher auf einem Boden. Vielleicht wurde er auch eingeschmolzen." Einen Kostenplan für den Leuchter gibt es zwar Stand heute noch nicht, doch ganz billig wird er sicher nicht, das steht fest.

Vielleicht sollten die Boecker Frauen schon mal ihre Backöfen vorheizen... Anbei noch ein kleiner Hinweis: Am 22. Juni wird das diesjährige Boecker Sommerfest stattfinden. Ganz heißer Tipp: Termin schon jetzt unbedingt im Kalender vormerken!

Märkische Oderzeitung vom 27. Januar 2013, gleicher Text: Märkische Allgemeine vom 07. Februar 2013

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