Bänkerücken vorerst vertagt

Mit Putz und Farbe innen sowie außen sind die Sanierungsarbeiten an der Küstrinchener Dorfkirche 2012 gut vorangekommen. Fußbodenarbeiten sind unumgänglich.

 
Maurer Kurt Thiemann von der Baudenkmalpflege GmbH & Co. KG Prenzlau war am Außenputz der Küstrinchener Kirche Gelb-, und innen "Weißmacher".
Foto: Bernd Schilling

Küstrinchen (bs)

Einen Weihnachtsgottesdienst gab es in diesem Jahr in der Küstrinchener Dorfkirche nicht, leider. Besonders Marie-Luise von Stockhausen wäre sehr viel an der Aufrechterhaltung dieser Tradition gelegen gewesen. Doch den Argumenten der anderen Mitglieder des Fördervereins konnte auch sie sich nicht verschließen, als man vor kurzem bei der jährlichen Mitgliederversammlung beisammen saß und beratschlagte. Denn eigentlich hätte man gute Gründe gehabt, dankbar und stolz auf das abgelaufene Jahr und das Erreichte bei der Instandsetzung und Sanierung der Kirche zurückzublicken. Und sogar einen Pfarrer hätte man mit Gerhard Stechbart, ebenfalls Vereinsmitglied, für die Weihnachtsandacht schon gehabt.

Wenn die Kirche sich nun auch mit neuem Putz und Farbanstrich außen gelb und innen weiß zeigt, ist sie innen doch immer noch Baustelle. Die Bänke sind in der Mitte des Kirchenraumes zusammengerückt und abgedeckt. Sie müssten samt Polstern gründlich vom Baustaub gereinigt und an ihren Platz gestellt werden. Angesichts der Umstände niedrige Temperaturen, kein Wasser vor Ort, nicht vorhandene Reinigungsgeräte und nur begrenztes Muskelpotenzial - ein vor Weihnachten nicht realisierbares Unterfangen. Zudem wäre das schweißtreibende Bänkerücken nur ein Provisorium gewesen, weil bereits ein weiterer Bauabschnitt beschlossen wurde: Im Fußboden sollen die größten Schäden an den verlegten Klosterformat-Ziegelsteinen beseitigt werden. Zerbröselte Steine gibt es vor allem in den Laufbereichen, aber auch unter den Bänken. So fasste man schließlich den Ostergottesdienst als reales Ziel für eine Vereinsaktivität ins Auge dann mit hoffentlich bereits repariertem Fußboden.

Das elfte Mal trafen sich die Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Küstrinchen bereits zu einer Jahresbilanz im Fischerhaus. Aus dem Bericht des Vorsitzenden Udo Gomoll wurde deutlich, dass der Verein 2012 keinen Moment locker gelassen hat, die Finanzen für die noch ausstehenden Bauarbeiten abzusichern. Dank tatkräftiger Unterstützung durch die Stiftung Maßwerk und den Landkreis Uckermark, aber auch dank selbst aufgebrachter Mittel und mehrerer Arbeitseinsätze konnten insgesamt 42 566 Euro zielgerichtet für Putz und Anstrich eingesetzt werden. Für sein nach außen oft nicht bemerkbares Engagement bezüglich Absprachen, Angebotsanforderungen, Baubetreuung und Veranstaltungsplanungen sprach man Udo Gomoll die uneingeschränkte Anerkennung aus. Da nun die wesentlichsten Reparaturarbeiten geleistet seien, wolle man sich demnächst darüber verständigen, wie die Vereinsziele neu zu fassen seien, regte er gemeinsam mit Hans-Jürgen Erdmann an. Der Förderverein verstehe sich im besten Sinne als Impulsgeber für den kleinen Lychener Ortsteil, die Kirche sei als religiöses und gesellschaftliches Zentrum zu verstehen, sagte Hans-Jürgen Erdmann. Man müsse die Kommunikation zwischen Vereinsmitgliedern und restlichen Dorfbewohnern verbessern und mehr als bisher aufeinander zugehen. Es gebe genügend Probleme und sei es der durch die Stadt drastisch eingeschränkte Winterdienst , die alle interessierten.

Über zwei Veranstaltungstermine für 2013 können sich die Fördervereinsmitglieder schon jetzt freuen: Es liegen Zusagen für Auftritte des Preußischen Kammerorchester und des Theaters in der Kirche vor kulturelle Glanzpunkte, die erfahrungsgemäß ihr Publikum haben werden.

Uckermarkkurier vom 27. Dezember 2012

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