In neuem Glanz

Fassade der Pessiner Dorfkirche wurde saniert / Altar ist in bedenklichem Zustand

PESSIN - Die Mauern weiß verputzt, das Gesims und die Lisenen in freundlichem Ocker: Die Pessiner Dorfkirche, eine der ältesten im Havelland, erstrahlt seit Kurzem in neuem Glanz. Die Sanierung der Außenfassade ist inzwischen weitestgehend abgeschlossen, das Gerüst abgebaut. Andreas Flender, der Vorsitzende des Kirchenfördervereins, ist zufrieden mit dem Ergebnis der Arbeiten. Die Farbgebung sei "ausgesprochen passend und unaufdringlich", sagt er und kein Vergleich zu dem tristen Grau früherer Tage. "Die Pessiner freuen sich darüber und sind richtig stolz", erzählt Pfarrer Michael Jurk.

Dabei war laut Andreas Flender lange Zeit unklar gewesen, was neben Weiß die zweite Farbe der Fassade werden würde. Mehrere Restauratoren waren zu unterschiedlichen Meinungen gekommen, so dass zwischenzeitig auch ein Blauton möglich schien. Schlussendlich fiel die Entscheidung aber auf Ocker.

Im Frühjahr wird die Außensanierung abgeschlossen sein. Dann werden noch Fenster und Sockel saniert und eine Treppe zum Kirchturm angebracht. In den Gesamtkosten von 160 000 Euro sind diese Arbeiten bereits enthalten. Die Hälfte des Geldes stammt aus Fördermitteln, die andere teilten sich Landes- und Kreiskirche, eine Stiftung zum Erhalt alter Kirchen und der Förderverein. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren stark für die Sanierung engagiert. Nach der Reparatur des Daches zwischen 1992 und 2002 kümmerte man sich Anfang des Jahres bereits um den Fußboden und die Beseitigung des Schwammbefalls.

Im Inneren der Kirche bleibt allerdings weiter viel zu tun. Der Förderverein strebt eine Wiederherstellung der Decke mit Wappen und Engel an und sucht noch derzeit Spender für die benötigten 85 000 Euro. Hinzu kommt die Restaurierung des Altars aus dem Jahr 1700. Er ist von Holzwürmern durchfressen und befindet sich laut einem ersten Gutachten in bedenklichem Zustand. "Wir müssen überlegen, ob wir dem Altar sein ursprüngliches Aussehen wiedergeben wollen oder ihn so lassen, wie er jetzt ist" so Andreas Flender.

Pfarrer Michael Jurk hätte am liebsten auch noch eine Orgel, wie es sie früher in der Pessiner Kirche schon einmal gab. Sie wurde jedoch beschädigt und verschwand nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spurlos. Doch für unter 50 000 Euro ist eine neue wohl nicht zu bekommen. (Von Philip Häfner)

Märkische Allgemeine vom 01. Dezember 2012

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