Dorfkirche nun mit Putz und Farbe

Im Küstrinchener Förderverein ist die Freude groß, dass zum Jahresende noch ein großer Bauabschnitt abgeschlossen wird.

  
Inzwischen rundum in lichtem Gelb zeigt sich die Küstrinchener Dorfkirche seit Mitte dieser Woche. Nun muss nur noch das Kircheninnere mit einem frischen Anstrich versehen werden. Dafür wird derzeit alles getan.
Foto: Bernd Schilling

Zur Bauabnahme trafen sich Marie-Luise von Stockhausen, Gerhard Stechbart, Udo Gomoll, Dietlind Zeiger und Jürgen von Wnuk-Lipinski (von links).
Foto: Bernd Schilling

Küstrinchen (bs)

Nun gibt es für die Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Küstrinchen ein richtiges Weihnachtsgeschenk. Ihre Kirche, um deren Instandsetzung und Erhaltung sie seit mehr als zehn Jahren redlich bemüht sind, hat seit dieser Woche einen neuen Rundum-Außenputz und einen Anstrich in zartem Gelb. Fast übereinstimmend hätten sie es zwar lieber gesehen, dass sich Fensterumrandungen und hervortretendes Mauerwerk in Gelb von einer weißen Fassade abgehoben hätten. Doch der zu Farbanalysen hinzugezogene Experte Dr. Jan Raue, Diplomrestaurator für Wandmalerei und Architekturoberflächen, hatte bei seinen Untersuchungen am alten Gemäuer nichts anderes als Gelb feststellen können. Und so entschied man sich für eine strapazierbare, den wechselnden Witterungsbedingungen gut standhaltende Kalkfarbe, die Beschäftigte der Prenzlauer Baudenkmalpflege GmbH & Co. KG auf den Putz rollten und strichen. Gut, dass das Wetter in dieser Woche mitspielte.

Ganz problemlos sei das Umsetzen des Farbarrangements nicht abgelaufen, teilte Bauleiter Jürgen von Wnuk-Lipinski als erheiternden Einwurf bei der Bauabnahme am Dienstag mit, denn zunächst habe er sich die Haare gerauft, dass die veranschlagte Farbmenge real bei Weitem nicht ausreichte. Dann hat die Farbfirma Nachschub bestellen müssen – aus Italien. Das hat eine Woche gedauert. Und dann fand der Restaurator die nach derselben Farbnummer angerührte Mixtur "ein bisschen zu grünlich". Also musste mit Abtönpaste nachgeholfen werden, und noch ein paar Tröpfchen von diesem und jenem dazu… Nun ist es also vollbracht. Darüber freuten sich in dieser Woche vom Förderverein Vorsitzender Udo Gomoll, Marie-Luise von Stockhausen und Pfarrer i. R. Gerhard Stechbart sowie Dietlind Zeiger von der Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung gleichermaßen, als sie das Ergebnis in Augenschein nahmen.

Auch für Putzreparaturen im Kircheninneren hatte die Bausumme von rund 27 000 Euro noch gereicht. Die Holzsitzbänke wurden dafür in der Mitte des Kirchenraumes zusammengerückt und mit Planen abgedeckt, damit ein rollbares Gerüst an der Mauer entlang fürs Putzen verschoben werden konnte. Klar, dass die Farbausstattung des Kirchenraumes derzeit keine Augenweide ist. Aber auch dafür ist Rettung in Sicht. Bei der Bauabnahme kamen jene 5000 Euro ins Gespräch, die der Landkreis für diesen Zweck zugesagt hatte und die schließlich auf 3000 Euro gekappt worden waren, bestätigte Dietlind Zeiger, und sie versprach, sich umgehend um diese Finanzangelegenheit zu kümmern. Für Bauleiter von Wnuk-Lipinski war das das Zeichen, umgehend mit seinem Firmenchef zu sprechen und weiße Farbe zu bestellen. Die komme dieses Mal nicht aus Italien, sondern vom Baufachhandel aus Prenzlau, versicherte er lachend. Die etwas kälter werdende Witterung tue den Malerarbeiten im Kircheninneren keinen Abbruch, entgegnete er auf besorgte Anfrage von Pfarrer Stechbart. Der Raum sei ja geschlossen und frostfrei. In zwei bis drei Tagen sollte die Sache "vergessen" sein. Und erst dann würde das Gerüst abgebaut werden.

Rundum glücklich und zufrieden sind die Fördervereinsmitglieder dann immer noch nicht. Stets entdecke man – auch wenn seit 2001 insgesamt immerhin rund 250 000 Euro "verbaut" wurden – neue "Baustellen", berichtete Udo Gomoll. Wenn man könnte, wie man wollte, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, die sehr in Mitleidenschaft gezogene Fußbodenpflasterung mit Ziegeln im Klosterformat auszubessern. Erst dann sollten die Bänke wieder aufgestellt werden. Etwa 300 dieser großformatigen Ziegel müsste man herstellen lassen. Doch das ließe die finanzielle Situation des Vereins nun wirklich nicht zu. Ob zu Weihnachten ein Gottesdienst in der Dorfkirche stattfinden kann oder nicht, das entscheiden die nächsten Tage.

Uckermarkkurier vom 29. November 2012

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