DVD über St. Jacobi geplant

Förderverein Kirchturmspitze zieht nach den ersten beiden Jahren eine Bilanz

PERLEBERG - Wie auch andere Gotteshäuser in der Prignitz soll ebenso die St.-Jacobi-Kirche wieder eine Turmspitze bekommen. Diesem Ziel hat sich der vor zwei Jahren gegründete Förderverein Kirchturmspitze St. Jacobi in Perleberg verschrieben.

Auf einer Jahreshauptversammlung zog der Verein auch ein finanzielles Fazit der ersten beiden Jahre. Wie Vorsitzender Herbert Dreifke gestern mitteilte, stehen bislang 10 000 Euro zu Buche, die aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden zusammenflossen. Damit auch kleine Summen eingehen, hat der Verein in der Stadt – in Geschäften, Arztpraxen, in der Kirche und in der Stadt– Spendenboxen in Form einer Keramik-Kirche aufgestellt. Der Verein hat auch Spenden-Plaketten herausgegeben, die für einen dreistelligen Betrag ausgereicht werden. Das sind nur einige Aktivitäten.

Auf der Jahreshauptversammlung kamen die Mitglieder – es sind insgesamt 26 – überein, demnächst eine DVD über die Jacobikirche herauszugeben. Der Perleberger Hobbyfilmer Jens Nering will sie produzieren. Während des Perleberger Weihnachtsmarktes wird es in der Winterkirche auch wieder einen kunsthandwerklichen Basar geben.

Es geht dem Verein nicht nur um die Wiederkehr der Kirchturmspitze, wie Herbert Dreifke anmerkte. Der Treppenaufgang im Turm muss erneuert werden sowie der Glockenstuhl, in dem wieder vier Bronzeglocken aufgehangen werden sollen. Die vorhandenen Eisenglocken sind mehr als 100 Jahre alt und klanglich verschlissen.

Es muss gehandelt werden, auch weil sich die beiden Giebel unter dem Turmdach um neun beziehungsweise um zehn Zentimeter nach außen neigen.

Offen ist noch, wie die Turmspitze aussehen soll und welche Summe für deren Bau zur Verfügung stehen muss. In einer ersten Etappe will der Verein eine konkrete Planung mit einer Kostenberechnung erstellen lassen.

Förderverein Kirchturmspitze St. Jacobi-Kirche in Perleberg; Spendenkonten: Sparkasse Prignitz, Konto: 1010000183, Bankleitzahl: 16050101, oder Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, Konto: 2047535, Bankleitzahl: 16060122. (Von Michael Beeskow)

Michael Beeskow über die Bemühungen des Fördervereins St. Jacobi in Perleberg

Stumpf oder Spitze

So eine Turmspitze hat es nicht leicht. Sind es nicht lauter vernünftige Gründe, die gegen sie sprechen? Haben sich die Perleberger nach knapp 100 Jahren nicht ohnehin an den stumpfen Turm gewöhnt? Ist es nicht schon schwierig genug, die vorhandenen Gotteshäuser im Kirchenkreis zu unterhalten? Auch ohne spitzen Turm muss an der Jacobikirche jede Menge Unterhaltungsarbeit geleistet werden. Mancher befürchtet gar, die Kirche wolle wie in alten Zeiten wieder mit ihren Symbolen protzen.

Dabei ist es gar nicht die Kirchengemeinde, die das Projekt Kirchturmspitze voran treibt. Im Förderverein haben sich Bürger der Stadt zusammengetan, weil sie meinen, der Stadt und dem Stadtbild fehle etwas. Vielleicht ist es auch der Ehrgeiz, nicht hinter jene Generationen zurück fallen zu wollen, die es einst vermochten, eine Kirche mit einem weithin sichtbaren Turm zu errichten – als ein bleibendes Zeichen. Denn letztlich können nur die Bürger der Stadt, egal ob sie nun in der Kirche sind oder nicht, ein derart großes Vorhaben umsetzen. Noch fehlt in Perleberg das breite Bürgerinteresse. Die Bewohner von Roddan, Putlitz, Groß Lüben und Wittenberge haben gezeigt, wo ein Wille ist, ist letztlich auch ein Weg – oder: Dort kommt die Spitze auch wieder auf den Turm.

Märkische Allgemeine vom 23. November 2012

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