Arbeitseinsatz in Harnekoper Kirche

Harnekop (bg) Wischlappen, Besen, Eimer und Staubsauger gehören nicht unbedingt zur Standardausrüstung, mit denen Menschen sich in einem Gotteshaus aufhalten. Doch genau dies waren die Hilfsmittel, mit denen am vergangenen Sonnabend etliche Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Harnekop anrückten - in einem mehrstündigen Arbeitseinsatz wurde da gefegt, gewischt, poliert, repariert. Die zweite Stufe der Vorbereitungen, damit am 1. Dezember, unmittelbar vor dem ersten Advent, erstmals seit einem guten Vierteljahrhundert wieder ein Gottesdienst an dieser Stelle stattfinden kann. Er ist Kern des umfangreichen Programms beim diesjährigen "Advent-Event".

 
Die Fördervereinsmitglieder und Helfer gönnen sich zwischendurch auch einen Schluck Sekt, um die Notsicherung als wichtigen Teilschritt zu feiern. © Thomas Berger

Die erste Stufe und wichtigste Voraussetzung war die erfolgreiche Notsicherung, die bereits kurz zuvor Ende Oktober erfolgte. Vier Tage brauchten die Mitarbeiter der Müncheberger Baufirma, um jene Holzkonstruktion zu installieren, die wirksam verhindern soll, dass den Leuten in der Kirche womöglich im vollen Wortsinn die Decke auf den Kopf fällt. Denn seit 1986, als die Hochzeit der Fördervereins-Vizechefin Anette Hirseland die letzte Feier in diesem Raum war, war die Dorfkirche des Prötzeler Ortsteils nicht nur ungenutzt, sondern sogar baupolizeilich gesperrt.

Der Stolz, dass Etappe eins auf dem Weg zur regulären Sanierung nunmehr genommen ist, stand den Vereinsmitgliedern und Helfern am Sonnabend bereits in die Gesichter geschrieben. Mit einem Glas Sekt stießen die Anwesenden, darunter Kirchenältester Uli Winter und Ortschronist Hans-Jobst Liebich, auf diesen wichtigen Teilerfolg an, bevor sie wieder zu ihren Gerätschaften griffen. Ein Vierteljahrhundert Staub lag auf den Kirchenbänken, von denen drei wegen der Sicherungskonstruktion verrückt oder entfernt werden mussten.

"Die Vereinsgründung hat sich ausgezahlt", würdigte Uli Winter die Initiative des erkrankten Vorsitzenden Peter Briesemeister, der überhaupt den Anstoß gegeben hatte. Anette Hirseland liegen aber auch die vielen Helfer am Herzen, die teils nicht einmal im Ort wohnen, sich trotzdem mit Sachspenden oder dergleichen einbringen. 2013 soll es eine Ausstellung zur Kirchengeschichte geben. Wer etwas beisteuern kann, möge sich beim Ortschronisten melden.

Märkische Oderzeitung vom 21. November 2012

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