Wind und Regen bleiben draußen

Die letzten drei Fenster des Lühnsdorfer Gotteshauses sind nun auch erneuert

LÜHNSDORF - Das war eine Punktlandung. Gerade noch rechtzeitig vor dem Winter hat die Lühnsdorfer Kirche drei neue Fenster bekommen. Maurer Mario Senst aus Ziezow hat dieser Tage die letzten Arbeiten vorgenommen. Der alte Putz musste weg und durch neuen ersetzt werden. Einen ersten Anlauf hatte der selbstständige Handwerker in der vorigen Woche abgebrochen. Die folgende Nacht sollte zu kalt werden und der Putz hätte nicht gehalten.

Nun aber ist der neue Putz angebracht und die letzten drei bleiverglasten Fenster sind fest mit dem Gebäude verbunden. In den vergangenen Jahren wurden bereits die anderen Fenster des Gotteshauses ersetzt. "Das waren noch alles originale Fenster aus dem Erbauungsjahr 1898", sagt Pfarrer Matthias Stephan. "Die waren nicht mehr wetterfest und mussten dringend ersetzt werden. Nun ist die Kirche fit für den Herbst und den Winter."

Bei der Finanzierung der Fenster half wie schon in den Jahren zuvor, die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS). "Die Lühnsdorfer Kirche wird von vielen auswärtigen Paaren für die Trauung ausgewählt", sagt Christian Ebert, Marktdirektor bei der MBS Potsdam Mittelmark. "Die Paare wollen in der benachbarten Alten Schmiede ihre Hochzeit feiern und entdecken im Vorfeld das schmucke Gotteshaus." Es bot vor zwei Jahren auch die Kulisse, als Rudi und Hannelore Kaufmann ihre diamantene Hochzeit feierten. Das Paar hat von 1993 bis 2001 die Alte Schmiede in ein schmuckes Anwesen verwandelt.

Matthias Stephan zählte in diesem Jahr bereits fünf Vermählungen in seiner Kirche. "Keines der Paare kam aus unserem Ort", so der Pfarrer. Das soll sich im nächsten Jahr ändern. "2013 habe ich eine richtige Lühnsdorfer Hochzeit", freut sich der Pfarrer.

Und noch einen Termin hat er sich in seinem Kalender dick markiert auch wenn der noch in weiter Ferne liegt. Im Jahr 2016 wird die Kirchenglocke 400 Jahre alt. Ihre große Schwester wurde im Kriegsjahr 1917 eingeschmolzen. Die Armee brauchte neue Kanonen. "Es wäre doch toll, wenn wir wieder eine zweite Glocke in den Turm hängen könnten", so Stephan.

Auch die Mitglieder der Gemeinde finden diese Idee gut. Doch sie wissen, dass es bis dahin noch einige Herausforderungen zu meistern gibt. So muss das Geld für die neue Glocke gesammelt werden und auch der Turm selbst wäre der neuen Last wohl noch nicht gewachsen. Die Haube des Kirchturms ist bislang nämlich eher provisorisch verankert.

Die Konstruktion hält die eine Glocke bisher ganz gut, doch bei doppelter Last muss eine Verstärkung her. "Zum Glück ist noch ein bisschen Zeit. So können wir uns noch darum kümmern", sagt Matthias Stephan, der weiß, dass er sich auch bei diesem Vorhaben wieder auf die Hilfe seiner Mitglieder verlassen kann. (MAZ)

Märkische Allgemeine vom 21. November 2012

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