Gotteshaus in Schwarz-Rot-Gold

Ein echter Hingucker: Die alte Dorfkirche von Märkisch Wilmersdorf ist eingehaust

 
Die Dorfkirche in Märkisch Wilmersdorf rückt dem Holzwurm zu Leibe - und das spektakulär.
Foto: Gudrun Ott

MÄRKISCH WILMERSDORF - Christo und Jeanne-Claude lassen grüßen, meinen die Märkisch Wilmersdorfer angesichts ihrer schwarz-rot-gold eingehausten Kirche.

Sie sind das wohl berühmteste Künstlerpaar unserer Zeit. Die beiden Franzosen wurden berühmt durch ihre verrückte Objektkunst. In Australien versteckten sie einen ganzen Küstenabschnitt unter Stoff, in Berlin wickelten sie den Reichstag in Folie. Aber in Märkisch Wilmersdorf war kein Künstler am Werk. Eine bayrische Firma rückt hier mittels Begasung den Schädlingen im Holz zu Leibe. Türen, Fenster und sämtliche Öffnungen des Gotteshauses sind sorgfältig gegen das hochgiftige Sulfuryldifluorid abgedichtet. Noch bis heute sind das Kirchengelände und der angrenzende Friedhof gesperrt.

"Es ist der erste Sanierungsabschnitt", erläutert Sylvia Zimmermann, Ortsvorsteherin und Kirchenälteste. Anschließend wird der Dachstuhl instand gesetzt. Biberschwänze sind für die Eindeckung des Daches vorgesehen. Auch eine Regenrinne wird installiert. "Dann sind in diesem Jahr 150 000 Euro verbaut", so Zimmermann weiter. Die Summe setzt sich aus Fördermitteln, Eigenanteilen der Kirchengemeinde und Spenden zusammen. Veranstaltungen waren in der Vergangenheit immer hilfreich, um Geld in die knappen Kirchenkassen zu spülen.

Am Sonntag, dem 26. August, um 15 Uhr, gibt es einen literarischen Nachmittag in der Kirche. Vom Wachsen und Werden erzählen die Schauspieler Eva-Maria und Ulrich Radoy. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Trebbiner Posaunenchor. Bei freiem Eintritt wird wieder um eine Spende für den Erhalt der Kirche gebeten.

"Die Kirche ist in den vergangenen Jahren oft geflickt worden und eigentlich ein Schandfleck für unser schönes Dorf", meint Hans-Joachim Milker. Er geht täglich mit seinem Hund an der Dorfaue vorbei und freut sich, "weil es nun vorangeht und endlich Mittel zum Erhalt der Kirche genehmigt wurden." (Von Gudrun Ott)

Märkische Allgemeine vom 21. August 2012

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