Haube auf den neuen Hermsdorfer Kirchturm gehievt

Glocken sollen im Herbst erstmals erklingen / Durchhaltevermögen des Vereins für den Wiederaufbau belohnt

 
Die kupferne Haube krönt nun den neuen Kirchturm.
Foto: Mirko Sattler/sam1

HERMSDORF Zum Tag des offenen Denkmals im September werden zum ersten Mal wieder die Kirchenglocken von Hermsdorf erklingen. Das erklärt Reinhard Noack vom Kirchbauverein sichtlich zufrieden.

Am gestrigen Freitagnachmittag hat er mit vielen Schaulustigen beobachtet, wie die gezimmerte und mit Kupfer beschlagene Haube des Kirchturms an ihren Platz eingeschwebt ist. Damit hat das Dorf nach 24 Jahren wieder ein komplettes Gotteshaus. Auch die drei Glocken sind bei der Gelegenheit an ihren Platz gehievt worden. Die größte von ihnen war gerade noch rechtzeitig von der Reparatur zurückgekehrt.

Der Wiederaufbau des Kirchturms ist dem Engagement und der Hartnäckigkeit vieler Hermsdorfer über konfessionelle Grenzen hinweg zu verdanken. Pfarrerin Christina Dufft erklärt: "Es war auch eine große Kunst durchzuhalten." Vor vier Jahren hatte sich der Kirchbauverein gegründet. Seither haben dessen Mitglieder mehr als 30 000 Euro für den Wiederaufbau des Kirchturmes beigesteuert. Insgesamt werden für die Komplettsanierung mit Dach und Fassade rund 375 000 Euro veranschlagt.

Schon einen Tag zuvor war eine kupferne Hülse mit der aktuellen "Lausitzer Rundschau", Geldstücken, den Namen der Mitglieder des Kirchbauvereins und Protokollen aus den Sitzungen zum Wiederaufbau und des Gemeindekirchenrats in die Spitze unterhalb der Turmkugel eingelassen worden. Sie soll den Nachfahren der heutigen Hermsdorfer einmal verkünden, wie diese sich für ihre Kirche eingesetzt haben.

Der einsturzgefährdete Turm war vor 24 Jahren auf Geheiß der Behörden abgerissen worden.

hs

Lausitzer Rundschau vom 04. August 2012

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