Bald wieder ansehnlich

An der Pessiner Dorfkirche beginnt noch in diesem Monat die Fassadensanierung / Fördergeld steht bereit

PESSIN - Die Sanierung der Kirchenfassade in Pessin steht seit längerem auf der Wunschliste von Kirchengemeinde und Förderverein. Nun aber kann es endlich losgehen. Davon kündet das Gerüst, das Arbeiter am Dienstag an Schiff und Turm des Gotteshauses aufgestellt haben. Wenn die letzten Abstimmungen mit den Denkmalpflegern erfolgt sind, wird die Friesacker Firma Gottschalk Baudenkmalpflege voraussichtlich ab Mitte des Monats Hand anlegen an die Kirche.

Andreas Flender, Vorsitzender des Fördervereins, ist nicht glücklich, dass es so lange gedauert hat. Schon vor zwei Jahren sollten diese Arbeiten eigentlich beginnen: "Aber es hing alles von den Fördertöpfen ab." Jetzt gibt es Geld für das etwa 150 000 Euro teure Vorhaben. Flender geht davon aus, dass knapp 60 Prozent bezuschusst werden. Der Rest kommt von der Landes- und Kreiskirche und dem Verein.

In den nächsten Monaten werden am Kirchenschiff defekte Ziegel ausgetauscht und das Traufgesims erneuert. "Außerdem sollen Fenster und Türen überarbeitet und mit einem neuen Anstrich versehen werden", kündigt Bauleiter Wolfram Schwelgin vom Ingenieurbüro IBS an. Abschließend erhält das Schiff einen Kalkputz, der bis spätestens Anfang Oktober aufgebracht sein soll. Mindestens 8 Grad Celsius sind nötig, damit der Putz durchhärten kann. Ab Frühjahr soll dann das Gründungsmauerwerk freigelegt und abgedichtet werden.

Offen ist aber noch, ob zumindest einer oder mehrere der sieben einst zugemauerten historischen Eingänge wieder geöffnet werden können so wie es die Kirchengemeinde gern hätte. Denn ein weiterer Fluchtweg beziehungsweise ein Zugang wären gut, zumal die Kirche nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für Kulturveranstaltungen genutzt wird. Das letzte Wort in dieser Frage werde jedoch die Denkmalpflege haben, so Schwelgin.

Am Turm, dessen Ziegelfassade auch künftig sichtbar bleiben wird, werden die Fugen repariert und gegebenenfalls defekte Ziegel ausgewechselt. Ziel ist, dies noch 2012 zu erledigen. Darüber hinaus ist auf halber Höhe ein mittelalterliches Putzband zu sehen, das die Baufirma konservieren wird, damit es auch die nächsten Jahrzehnte hält. Zudem bekommt der Turm auf der Südseite eine Außentreppe zu den beiden Eingangstüren in 1 Meter Höhe.

Welche Farbe der neue Putz des Kirchenschiffes haben wird, steht noch nicht fest. Eine Restauratorin macht sich derzeit auf die Suche nach alten Farbfassungen schaut sich dazu Türen, Fenster und Fugenbereiche genau an. Am Ende soll ein Farbkonzept stehen, das auch den Innenraum der Kirche mit einbezieht. Keine einfache Sache, denn die einzelnen Gebäudeteile sind unterschiedlich alt. "Es ist für uns spannend, verschiedene Epochen in ein Farbkonzept zu gießen", sagt Andreas Flender.

Der 2010 gegründete Verein, dessen Vorsitzender er ist, hat sich in den vergangenen Jahren sehr um die Kirchensanierung verdient gemacht. Nachdem zwischen 1992 und 2002 die Dachkonstruktionen der Kirche saniert worden waren, kümmerte sich der Verein zuletzt um den Innenraum. So wurden der Fußboden saniert und Schwamm an der Treppe zur Südempore beseitigt. Pfarrer Michael Jurk jedenfalls ist froh über so viel Engagement: "Ich danke Gott auf Knien, dass ich solche Leute an meiner Seite habe." (Von Andreas Kaatz)

Märkische Allgemeine vom 02. August 2012

   Zur Artikelübersicht